Pressemitteilungen

24.04.2019

SpiFa fordert: Keine Streichung bei DMPs

Mit dem Entwurf für ein Gesetz zur Reform für eine faire Kassenwahl in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FKG) beabsichtigt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vor allem, die dringend notwendige Reform des Risikostrukturausgleichs sowie das Organisationsrecht der gesetzlichen Krankenkassen anzupassen.  

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) begrüßt grundsätzlich das Vorhaben des BMG. Insbesondere die Anpassungen am Risikostrukturausgleich hin zu einer Krankheits-Vollmodell-Betrachtung werden positiv gesehen. In Sachen Disease Management Programmen übt der SpiFa jedoch Kritik: „Die geplante Streichung der Programmkostenpauschale in den DMP bewerten wir kritisch“, sagte SpiFa-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Friedrich Spies am Mittwoch in Berlin. Von einer Streichung der DMP-Programmkostenpauschale sind viele Fachgruppen, vor allem die internistischen Fächer, stark betroffen; es drohen mit der Streichung massive Rückschritte beim Behandlungsniveau von chronisch Kranken.

Ohne eine adäquate Gegenfinanzierung werden die DMP´s nicht weiterbestehen, was für mehrere Millionen chronisch kranke Menschen erhebliche negative gesundheitliche Konsequenzen bedeuten wird. Im Bereich der Diabetologie werden beispielsweise mehr als vier Millionen chronisch kranke Menschen mit Diabetes mellitus im DMP versorgt, was wiederum frühere Amputationen oder eine Dialysepflichtigkeit verhindert. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass inzwischen von den Krankenkassen evaluierte Daten für die meisten DMP vorliegen, die belegen, dass über die DMPs die Morbidität sinkt und gleichzeitig Kosten eingespart werden. Beispielsweise trägt die regelmäßige Wiedervorstellung der Betroffenen dazu bei, gesundheitliche Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dementsprechend sind die Ergebnisse bei DMP-Patienten deutlich besser als bei nicht DMP-Teilnehmern. „Bei den DMPs kürzen zu wollen, ist aus unserer Sicht falsch“, sagt Spies weiter. „Wir fordern den Gesetzgeber daher auf, von der geplanten Streichung der Programmkostenpauschale in den DMPs Abstand zu nehmen.“

18.04.2019

Bericht über unsichere TI-Anschlüsse: SpiFa fordert Klarheit für Ärzte

Nach Medienberichten, wonach Deutschlands oberste Datenschutzbehörde das Verhalten von Technikern als grob fahrlässig eingestuft hat, Firewalls beim Anschluss von Arztpraxen an die Telematik-Infrastruktur abzuschalten, erklärt der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa):

„Es tritt das ein, was wir als Verband bereits mehrfach befürchtet haben: dass die Ärzte an der Basis den Schlamassel ausbaden, den Politik und die Hersteller der Konnektoren offenbar verzapfen“, sagte SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann am Donnerstag in Berlin. Es könne weder sein, dass Arztpraxen in Schwierigkeiten geraten, weil der Datenschutz von vornherein nicht gewährleistet werden kann. Noch, dass Deutschlands oberster Datenschützer Handlungsempfehlungen abgeben muss, nach denen Ärzte Endgeräte, auf denen sich Patientendaten befinden, weder mit dem Internet noch mit dem Praxisnetz verbinden sollen. Keine Arztpraxis könne mehrere Rechner vorhalten, um alles getrennt voneinander zu bewerkstelligen. „Hier müssen praktikable Lösungen her!“, so Lindemann.

„Einen absolut sicheren Datenschutz gibt es nicht“, ergänzt SpiFa-Vorstand Dr. Hans-Friedrich Spies.  Die Diskussion spitze sich dennoch auf die Frage zu, wer für Verstöße gegen den Datenschutz haftet, die durch den TI-Konnektor verursacht werden. Ist das der Praxisinhaber, der den TI-Konnektor kauft und einbaut, oder ist die gematik für den Datenschutz zuständig? „In letzterem Fall wäre der Vertragsarzt rechtlich entlastet. Die Auseinandersetzung würde sich auf technische Fragen reduzieren, wenn die gematik verbindlich erklären würde, dass sie auch im Einzelfall datenschutzrechtlich weiter für die gelieferten Konnektoren verantwortlich bleibt“, sagt Spies.

Der SpiFa fordert die Verantwortlichen, insbesondere jedoch die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Interessensvertretung für die Vertragsärzte mit Nachdruck auf, zügig Klarheit zu schaffen, wer bei Fehlern haftet. „Die Ärzte dürfen mit ihren Praxen nicht im Fliegenfänger hängen“, so Lindemann. Und: „Vor dem Hintergrund der dringend notwendigen Beschleunigung der Digitalisierung sind solche Eiertänze pures Gift.“

12.04.2019

Keine weitere Substitution ärztlicher Leistungen!

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. sieht das Reformgesetz zur Hebammenausbildung kritisch und schließt sich der Stellungnahme seines Mitgliedsverbandes BVF an.

„Wir kritisieren insbesondere, dass der Gesetzgeber mit dem neuerlichen Reformvorhaben bei der Hebammenausbildung die Substitution ärztlicher Leistungen weiter forciert. Das haben wir unlängst bei der begonnenen Reform der Psychotherapeutenausbildung gesehen, jetzt setzt sich das bei den Hebammen fort“, moniert SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. Es sei keine gute Entwicklung, „wenn eine Ausbildungsreform die nächste jagt und gut funktionierende Systeme offenbar über Bord geworfen werden sollen“, so Lindemann am Freitag in Berlin. Davon abgesehen gebe es dringendere Probleme im Gesundheitswesen zu lösen, das Hinterherhinken bei der Digitalisierung sei nur ein Beispiel.

Der SpiFa unterstützt vor diesem Hintergrund die Stellungnahme des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF). Dessen Vorsitzender, Dr. Christian Albring, zugleich Vorstandsmitglied im SpiFa, sagt zum einen: „Für uns es völlig unverständlich, dass Frauenärztinnen und Frauenärzte bei der Entstehung des Arbeits- und Referentenentwurfs nicht involviert waren, obwohl sie die Experten bei den Themen Schwangerschaft und Geburt sind, und auch diejenigen, die Hebammenschulen begründen, leiten und Hebammen selbst ausbilden.“ Zum anderen weise der Entwurf an unterschiedlichen Stellen Defizite auf und stelle mehrfach falsche Zusammenhänge her. Er verfehle sein Ziel, die Versorgungssituation in der Geburtshilfe zu verbessern. „Ganz im Gegenteil: die Zwangsakademisierung wird die personellen Engpässe in den Kreißsälen und bei der Betreuung von Frauen im Wochenbett verschärfen. Das kann keiner ernsthaft wollen“, sagt Albring.

Der SpiFa empfiehlt dem Gesetzgeber, das Tempo der Reformvorhaben zu drosseln und nicht vorschnell funktionierende Abläufe zu verändern. Schon jetzt konnten angehende Hebammen zwischen Ausbildung und Studium wählen. Trotz Einführung von Modellstudiengängen an inzwischen 16 Hochschulen entschieden sich die meisten Schülerinnen für eine Ausbildung zur Hebamme an einer Hebammenschule – „nicht zuletzt wegen ihrer hervorragenden theoretischen wie praktischen Ausbildung“, so Albring. Und: Es sei bisher nirgendwo erkennbar, dass das Nebeneinander der Ausbildungswege die Berufsgruppe spaltet.

10.04.2019

SpiFa auf Wachstumskurs

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) hat zwei weitere Verbände aufgenommen und wächst damit auf 31 Mitglieder. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss der SpiFa-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag, 6. April, in Berlin.

Zum einen verstärkt der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ) als ordentliches Mitglied den SpiFa. Zum anderen wird MEDI GENO Deutschland, ein Verband, der in zwölf von 16 Bundesländern ca. 17.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten vertritt, assoziiertes Mitglied. SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann freut sich über die Entwicklung und heißt beide Verbände herzlich willkommen. „Mit der Aufnahme des BRZ und der Assoziierung von MEDI GENO Deutschland zeigen beide Verbände ein Stück mehr innerärztliche Gemeinschaft gegenüber der Politik und den anderen Akteuren im Gesundheitswesen. Damit steigt auch die ärztliche Solidarität.“ SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich hält genau das für unerlässlich: „Wir haben zuletzt immer wieder gesehen, wie sehr sich die Selbstverwaltung beweisen muss. Auch vor diesem Hintergrund ist es gut, dass der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands durch weitere Mitglieder gestärkt wird.“

BRZ-Vorsitzender Dr. Ulrich Hilland sagte: „In erster Linie wollen wir über den SpiFa Teil einer starken ärztlichen Selbstverwaltung sein. Zudem möchten wir neben der KV-Schiene ein Betätigungsfeld für Selektivverträge haben und hoffen, dass wir besonders in dieser Sache vom SpiFa unterstützt werden.“ Von MEDI GENO Deutschland heißt es: „MEDI verhandelt in Baden-Württemberg seit Jahren Facharztverträge und rechnet sie ab. Jetzt wollen wir gemeinsam mit dem SpiFa bundesweit Facharztverträge verhandeln und umsetzen“, so MEDI GENO-Vorsitzender Dr. Werner Baumgärtner. „Auf politischer Ebene möchten wir außerdem erreichen, dass Facharztverträge von den Krankenkassen gefördert werden.“

08.04.2019

Spahn: Der Staat muss funktionieren

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands hat am 5. April seinen 5. SpiFa-Fachärztetag veranstaltet. In seiner Key-Note äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Thema „Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung“.

„In einem lebenswichtigen Bereich wie Gesundheit und Pflege muss der Staat funktionieren. Dazu tragen spezialisierte Ärztinnen und Ärzte mit ihrem Fachwissen und Engagement jeden Tag bei“, sagte Spahn. „Gemeinsam mit ihnen will ich schauen, wie wir die Patientenversorgung noch verbessern können. Unser Gesundheitssystem zählt zu den besten der Welt. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“

SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich hob in seiner Rede die Eckpfeiler für den allgemeinen Erfolg des deutschen Gesundheitswesens hervor: die Niederlassung in Selbständigkeit und die Selbstverwaltung. „Um beides werden wir von anderen Ländern beneidet.“ Heinrich appellierte deshalb, die Selbstverwaltung zu stärken, und ihr gestalterische Freiheit zu gewähren, anstatt Einschränkungen wie durch das neue Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) auf den Weg zu bringen. Positiv äußerte sich Heinrich über die Diskussionskultur während der parlamentarischen Beratungen zum TSVG, sie sei durch Sachlichkeit und konstruktive Debatten geprägt gewesen. „Wir freuen uns, dass mit dem TSVG die Leistungen der grundversorgenden Fachärzte besonders anerkannt werden, denn sie sind für eine optimale medizinische Versorgung in einer älter werdenden Gesellschaft unerlässlich.“ Und: Dass mit dem TSVG der Einstieg in die Entbudgetierung ärztlicher Leistungen geschafft wird, sei ein wichtiger und richtiger Schritt.

Im Anschluss diskutierten Heinrich und PolitikerInnen aller sechs Bundestagsfraktionen zum Thema „Auslaufmodell Vertragsarzt?! – Sind ärztliche Strukturen noch zeitgemäß?“. Tino Sorge (CDU/CSU), Sabine Dittmar (SPD), Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Achim Kessler (Die Linke), Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) und Prof. Dr. Axel Gehrke (AfD) hatten auf dem Podium Platz genommen. Die Moderation übernahm Jan Scholz vom Hamburger Verlag Ärztenachrichtendienst. Am Nachmittag fand schließlich der SpiFa-Fachkongress statt. In den Sessions ging es unter anderem um die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Daneben hatte der SpiFa die im Mai beim Deutschen Ärztetag in Münster stattfindende Wahl zum/r Bundesärztekammerpräsidenten/in auf seine Agenda genommen: „Bundesärztekammer 2019 – Ärztliche Selbstverwaltung – Zukunft für das ärztliche Kammersystem?!“.

04.04.2019

KI: Chancen statt Risiken sehen

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat am Vorabend seines 5. SpiFa-Fachärztetages, der am 5. April in Berlin stattfindet, zu einem Fach-Warmup geladen. Das Thema: „Künstliche Intelligenz – das neue ärztliche Konsil“.

„Wir müssen mehr über die Chancen von Digitalisierung und über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz reden, und nicht ständig Risiken und Bedenken beschreiben“, mahnte SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann am Donnerstag in Berlin. Lindemann ist überzeugt: „Wer klar den Nutzen beschreiben kann, wird auch ohne Probleme Veränderungen bewirken können.“ Beim Fach-Warmup „Digital meets analog“ gab es am Abend mehrere Impulsreferate, mit dabei waren die Unternehmen DocMorris, Ada Health und PwC. Aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) war zudem Christian Klose zu Gast, Abteilungsleiter in der neu durch das TSVG geschaffenen Unterabteilung „gematik, Telematikinfrastruktur und eHealth“ im BMG.

Während PwC das von ihm mitentwickelte „PHREND“ Versorgungsprogramm für MS-Patienten präsentierte, stellte Ada Health seine bereits seit 2011 von Ärzten, Wissenschaftlern und Softwarespezialisten entwickelte, KI-gestützte Gesundheitsplattform vor. Und DocMorris zeigte, dass das Unternehmen mehr als ein Versandhandel ist. „Ärzte haben eine hohe Bereitschaft, neue Technologien einzusetzen“, schätzt SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lindemann ein. Deshalb sei es unerlässlich, innovative und langfristig für die Patientenversorgung gewinnbringende Konzepte gemeinsam zu diskutieren. „Der heutige Abend hat einmal mehr bewiesen, dass viele Akteure im Gesundheitswesen auf dem richtigen Weg sind und für den Einsatz von KI bereits solide Konzepte entwickelt haben.“

02.04.2019

SpiFa und MLP gründen Research- und Beratungsunternehmen

DIFA Research GmbH bietet innovative datenbasierte Wirtschaftsanalysen für medizinische Versorgungsstrukturen. MLP Finanzberatung SE und das zum Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) gehörende Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) betreiben das Joint Venture

Die MLP Finanzberatung SE und das zum Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) gehörende Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA) haben gemeinsam die DIFA Research GmbH gegründet. Das Joint Venture erstellt innovative datenbasierte Wirtschaftsanalysen für Versorgungsstrukturen wie größere Berufsausübungsgemeinschaften oder medizinische Versorgungszentren und bietet die Research-Leistungen zusammen mit einer betriebswirtschaftlichen Beratung an. Das Gemeinschaftsunternehmen hat seinen Sitz in Berlin und wird die Geschäftstätigkeit Mitte des Jahres aufnehmen.

Die Analysen und Prognosen von DIFA Research berücksichtigen Fragen zum Standort und Umfang der ärztlichen Tätigkeit, zu Versorgungsinhalten oder zur künftigen Organisationsstruktur. Dabei setzen die Experten ein Analyse- und Prognosemodell ein, das pseudonymisierte patientenbezogene Daten verwendet. Namen und andere Identifikationsmerkmale werden dementsprechend durch ein Kennzeichen ersetzt. Auf den gewonnenen validen und detaillierten Erkenntnissen setzt eine professionelle wirtschaftliche Beratung auf. Bisher im Markt verfügbare Analysen basieren auf rein arztbezogenen Kennzahlen, die die Nachfrage nach medizinischen Leistungen lediglich in überwiegend aggregierter Form abbilden (z. B. anhand des GKV- und PKV-Umsatzes einer Praxis) und somit nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.

„MLP möchte für Ärzte der erste Ansprechpartner bei wirtschaftlichen Fragestellungen sein. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem SpiFa unser bestehendes Angebot weiterentwickelt und in das Joint Venture eingebracht. Versorgungsstrukturen und Ärzte in ihrer Unternehmerrolle erhalten somit ein Gesamtpaket aus fundierten Datenanalysen und der darauf aufsetzenden Unterstützung durch unsere Berater“, sagt Dirk Bohsem, Leiter Marktmanagement bei MLP und Geschäftsführer von DIFA Research.

„Der SpiFa und MLP sind schon seit 2016 strategische Partner. Gemeinsam wollen wir die freiberufliche ärztliche Tätigkeit stärken und hierfür planerische Grundlagen und Sicherheit hinsichtlich der Finanzierbarkeit insbesondere von innovativen Versorgungsstrukturen schaffen. Mit dem jetzt gegründeten Joint Venture bündeln wir unsere unterschiedlichen Kompetenzen in einem Angebot, das es in dieser Form im deutschen Gesundheitswesen noch nicht gibt“, sagt Dr. Andreas Köhler, Ehrenpräsident des SpiFa und ebenfalls Geschäftsführer von DIFA Research.

Weitere Details zu DIFA Research werden am 5. April 2019 auf dem 5. SpiFa-Fachärztetag in Berlin vorgestellt.

 

Über MLP

Die MLP Gruppe ist der Partner in allen Finanzfragen – für private Kunden genauso wie für Firmen und institutionelle Investoren. Mit vier Marken, die in ihren Märkten jeweils führende Positionen einnehmen, bieten wir ein breites Leistungsspektrum:

  • MLP: Gesprächspartner in allen Finanzfragen
  • FERI: Investmenthaus für institutionelle Investoren und große Privatvermögen
  • DOMCURA: Assekuradeur mit Fokus auf privaten und gewerblichen Sachversicherungen
  • TPC: Spezialist im betrieblichen Vorsorgemanagement für Unternehmen

Ausgangspunkt in allen Bereichen sind die Vorstellungen unserer Kunden. Darauf aufbauend stellen wir ihnen ihre Optionen nachvollziehbar dar, so dass sie selbst die passenden Finanzentscheidungen treffen können. Bei der Umsetzung greifen wir auf die Angebote aller relevanten Produktanbieter zurück. Grundlage sind wissenschaftlich fundierte Markt- und Produktanalysen. Manfred Lautenschläger und Eicke Marschollek haben MLP 1971 gegründet. Bei MLP sind mehr als 1.900 selbstständige Kundenberater und knapp 1.700 Mitarbeiter tätig.

 

Über SpiFa

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) ist ein Dachverband fachärztlicher Berufsverbände. Das Ziel des SpiFa ist die Darstellung der übergeordneten Interessen der Fachärzte in Praxis und Klinik sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und auch auf Landesebene. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) setzt sich für die berufspolitischen Interessen der niedergelassenen und in der Klinik tätigen Fachärzte ein.

30.03.2019

Warum es vernünftige Rahmenbedingungen für Ärzte braucht

„Zum heutigen Tag des Arztes möchten wir allen Kolleginnen und Kollegen zunächst einmal unseren Dank für ihre tägliche Arbeit aussprechen“, sagte SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich am Samstag in Berlin. „Sie leisten, egal ob in Praxis oder Klinik, jeden Tag Großartiges, ohne Sie gebe es keine solch qualitativ hochwertige medizinische Versorgung, wie wir sie in Deutschland vorfinden.“ Der Arztberuf habe viele schöne Seiten: das Arbeiten mit den Patienten, das gute Gefühl, Menschen beim Gesundwerden zu helfen und das Wissen, in einem freien Beruf selbstbestimmt arbeiten zu können. „Das ist sinnstiftend“, sagt Heinrich, der selbst als niedergelassener HNO-Arzt in Hamburg praktiziert. Positiv sei zudem der medizinische Fortschritt, der immer wieder die Grundlage für neue Diagnosemöglichkeiten und Therapieansätze ist.

Gleichzeitig stehen Ärztinnen und Ärzte heute vor zahlreichen Herausforderungen. Zu ihnen zählen die Digitalisierung im Gesundheitswesen, der demografische Wandel und der zunehmende Ärztemangel. Laut der jüngsten Statistik der Bundesärztekammer waren im vergangenen Jahr bundesweit 392.402 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, das entspricht zwar einem Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber 2017. Allerdings steigt auch die Zahl der angestellten Ärzte im ambulanten Bereich, allein 2018 haben laut BÄK 40.000 Kolleginnen und Kollegen mehr als im Jahr zuvor angestellt gearbeitet, während die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte um 884 (Minus 0,7 Prozent) gesunken ist und derzeit bei 117.472 liegt.

Die insgesamt zur Verfügung stehende Arztzeit sinkt somit und wird von vielen Kolleginnen und Kollegen in den Praxen aufgefangen. Nicht wenige würden sich bereits im Ruhestand befinden, finden aber keine Nachfolger für ihre Arztpraxen und somit auch niemanden, in dessen Hände sie ihre Patienten geben können. Vor diesem Hintergrund sei es, so Heinrich, unerlässlich, vernünftige berufspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen, die für alle Ärztegenerationen optimal sind. Auf der Agenda sieht Heinrich die langfristige Entbudgetierung ärztlicher Leistungen, den Abbau von Bürokratie, das Schaffen einer zukunftsfähigen Kliniklandschaft, und nicht zuletzt einen mit der Politik gemeinsam zu gestaltenden Weg, die Digitalisierung umzusetzen.

27.03.2019

5. SpiFa-Fachärztetag – Das Programm steht

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) veranstaltet in der kommenden Woche seinen inzwischen 5. SpiFa-Fachärztetag: mit spannenden Themen rund um die ärztliche Freiberuflichkeit und mit zahlreichen Gästen, unter anderem aus Politik und Selbstverwaltung.

SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich wird den 5. SpiFa-Fachärztetag am kommenden Freitag, 5. April, um 10 Uhr eröffnen, bevor Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Key-Note „Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung“ hält. Im Anschluss moderiert Jan Scholz vom Hamburger Verlag Ärztenachrichtendienst die Diskussion „Auslaufmodell Vertragsarzt?! – Sind ärztliche Strukturen noch zeitgemäß?“. Auf dem Podium nehmen neben Dr. Heinrich vom SpiFa Politiker aller Bundestagsfraktionen Platz: Tino Sorge (CDU/CSU), Sabine Dittmar (SPD), Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Achim Kessler (Die Linke), Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) und Prof. Dr. Axel Gehrke (AfD).

Am Nachmittag findet dann der SpiFa-Fachkongress mit sechs verschiedenen, öffentlichen Sessions statt: In „Versorgungsinteresse vor Kapitalinteresse“ geht es um die Frage, wie mit Hilfe von Versorgungsanalysen der Einsatz heilberuflichen Kapitals für den Aufbau und Erhalt ärztlicher Strukturen im fachärztlichen Sektor sichergestellt werden kann? Beim „Jungen Forum der Fachärzte in Klinik und Praxis“ wird hinterfragt, wofür „Künstliche Intelligenz in der Patientenversorgung“ gebraucht wird. In einer Arbeitsgruppe werden die Chancen, in einer anderen die Risiken von KI beleuchtet. Die Zukunft des G-BA wird in der Session „Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Bundesbehörde oder Institution der gemeinsamen Selbstverwaltung?“ näher beleuchtet. In „Data Risk & Cyber Security“ sind professioneller Datenschutz und der richtige Umgang mit Cyber-Risk das Thema. Gast ist u.a. Kriminaloberkommissar Olaf Borries vom Landeskriminalamt Berlin. Fehlen darf schließlich auch nicht das Thema „GOÄ – quo vadis? Anspruch und Realität einer ärztlichen Gebührenordnung“. Zudem hat der SpiFa die im Mai beim Deutschen Ärztetag in Münster stattfindende Wahl zum/r Bundesärztekammerpräsidenten/in auf seine Agenda gehoben: „Bundesärztekammer 2019 – Ärztliche Selbstverwaltung – Zukunft für das ärztliche Kammersystem?!“, wobei sich die Kandidaten und Kandidatinnen präsentieren.

Alle Informationen und die Links zur Anmeldung finden Sie auf der Website www.fachärztetag.de

13.03.2019

Begonnene Entbudgetierung ist Schritt in die richtige Richtung

Anlässlich der heutigen Sitzung des Gesundheitsausschusses äußert sich der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) erneut zum geplanten Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG).

„Eine gute fachärztliche Versorgung bedarf verlässlicher Rahmenbedingungen, insbesondere hinsichtlich der Vergütung. Ärzte in Klinik und Praxis brauchen die Verlässlichkeit, dass Leistungen, die sie für ihre Patienten erbringen, auch angemessen bezahlt werden“, sagte SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann am Mittwoch in Berlin. Vergütungspolitik sei dabei immer Strukturpolitik. Das bedeute: ohne entsprechende Vergütung könne es auf Dauer keine vernünftige und flächendeckende Versorgungsstruktur geben. „Wir sehen deshalb die geplante Ausbudgetierung einzelner Leistungen positiv, betonen aber auch, dass es sich lediglich um die Vergütung von EBM- Leistungen handelt, die bisher unter den Budgetdeckel fallen und somit nicht vollständig bezahlt werden.“ Langfristiges Ziel bleibe die konsequente Entbudgetierung aller ärztlichen Leistungen, so Lindemann. Der SpiFa, Dachverband für 29 Mitgliedsverbände, hat seine Positionen zur fachärztlichen Versorgung im Juni 2017 mit dem Papier „Fachärzte in der Grundversorgung“ sowie mit den „Medizinisch-Ökonomischen Fußabdrücken“ aus den 2017 und 2018/2019 immer wieder deutlich gemacht.

Die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen Deutschlands erfolgt sowohl ambulant als auch stationär auf sehr hohen Qualitätsniveau, das bei allen Fehlern und Unzulänglichkeiten Spitzenwerte im Vergleich zu anderen Ländern, vor allem zu jenen mit staatlich gelenkten Systemen, erreicht. Hierbei ist vor allem der flächendeckende Zugang zum Arzt aller Fachgruppen und Fachrichtungen auf einem niedrigschwelligen Niveau hervorzuheben. Aber: Die Ausübung des freien Berufes Arzt ist seit langem überreguliert. „Weitere Eingriffe, wie jetzt mit dem geplanten TSVG, in die aus guten Gründen staatsfern begründete Hoheit der ärztlichen und der gemeinsamen Selbstverwaltung lehnen wir entschieden ab“, sagte Lindemann. Direkte Durchgriffsregelungen auf das Praxismanagement und in die Organisation der ärztlichen Tätigkeit im ambulanten Versorgungsbereich nehmen die notwendigen Freiräume zur Organisation einer patientenorientierten hochwertigen Versorgung.

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