Aktuelles

18.05.2020

SpiFa: Ärzte sind keine Digitalisierungsassistenten

Der Fachärzteverband kritisiert, dass die Praxen Patienten bei der Pflege ihrer elektronischen Akte unterstützen sollen.

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15.05.2020

European Medical Organisations condemn attacks on healthcare professionals fighting the COVID-19 pandemic

Following the alarming reports of cases of violence, discrimination and exclusion that physicians and other healthcare professionals across Europe have been facing because of the fear they will spread the Coronavirus, European Medical Organisations reaffirm that they stand in complete solidarity with their colleagues who are in the front line of the fight against the COVID-19 pandemic.

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12.05.2020

Die Folgen der Personaluntergrenzen

Nicht ohne Grund hat Gesundheitsminister Spahn die Personaluntergrenzen während der Corona-Pandemie ausgesetzt. Denn die Bilanz nach einem Jahr mit der Verordnung zeigt, zu welchen Engpässen die an sich gut gemeinte Regelung im Versorgungsalltag führt.

Von Prof. Hans Martin Hoffmeister

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07.05.2020

Der freie Beruf Arzt im Konflikt von Medizin und Ökonomie – ärztliche Tätigkeit in der Krankenversorgung

Memorandum der freien Verbände

In der Krankenhausversorgung wird zunehmend beklagt, dass ökonomische Zielsetzungen zu Qualitätsverlusten in der ärztlichen Versorgung führen, weil das Management in der stationären Versorgung überwiegend betriebswirtschaftlich orientiert ist. Der Medizinbetrieb wird immer mehr durch ökonomische Rahmenbedingungen gesteuert und damit fremdbestimmt. Damit droht das Patientenwohl als das eigentliche Ziel der Krankenversorgung unter die Räder zu kommen. Garant dafür sollte eigentlich die in der Berufsordnung an vorderster Stelle postulierte freie Berufsausübung des Arztes sein, damit der Patient möglichst unbeeinflusst von nicht medizinischen und vor allem ökonomisch motivierten Einflüssen behandelt werden kann.

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04.05.2020

Rechtsanspruch auf Kurzarbeitergeld besteht selbstverständlich auch für Arztpraxen

Berlin (PVS Verband), 30. April 2020. Der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen e.V. (PVS Verband) weist darauf hin, dass auch Arztpraxen grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Eine anderslautende Weisung der Bundessagentur für Arbeit bedarf der Korrektur.

Anfang der Woche war eine Weisung der Bundesagentur für Arbeit an die Öffentlichkeit gelangt. Darin hieß es, dass die für Vertragsärzte getroffenen Regelungen für Ausgleichzahlungen wie eine Betriebsausfallversicherung wirkten und deshalb kein Raum für die Zahlung von Kurzarbeitergeld bestünde. „Diese Auffassung verstößt jedoch gegen das geltende Recht und bedarf daher dringend der Korrektur“, so Prof. Dr. Helge Sodan, Leiter des Deutschen Instituts für Gesundheitsrecht (DIGR) in einer ersten Einschätzung für den PVS Verband. „Das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz beschränkt die Ausgleichszahlungen der Kassenärztlichen Vereinigungen an Vertragsärzte auf extrabudgetäre vertragsärztliche Leistungen. In der Begründung der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zum entsprechenden Gesetzentwurf heißt es, damit werde das Ziel verfolgt, Vertragsärzte vor einer zu hohen Umsatzminderung bei der Abrechnung solcher Leistungen zu schützen, zu denen etwa bestimmte Zuschläge und Leistungen gehören, die aufgrund der Vermittlung durch eine Terminservicestelle erbracht werden. Dabei handelt es sich aber nur um einen relativ kleinen Teil der vertragsärztlichen Vergütung. Praxisindividuelle Ausgleichsansprüche für Umsatzeinbußen im Hinblick auf den deutlich größeren Teil dieser vertragsärztlichen Vergütung – die sogenannte morbiditätsbedingte Gesamtvergütung – sind jedoch ebenso wenig geregelt wie für Umsatzeinbußen bezüglich der privatärztlichen Tätigkeit, die auch von Vertragsärzten ausgeübt wird“, so das DIGR weiter.

„Für diese Bereiche können sozialgesetzlich begründete Ansprüche auf Zahlung von Kurzarbeitergeld nicht von vornherein ausgeschlossen sein. Immerhin beruht die wirtschaftliche Basis der Arztpraxen zu einem wesentlichen Teil auf den privatärztlichen Honoraren. Ausfälle in diesem Bereich werden von keinem Rettungsschirm abgefedert und können die Praxen in existentielle Schwierigkeiten bringen. Damit besteht selbstverständlich ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld“, so Dr. Christof Mittmann, Vorsitzender des PVS Verbandes.

Ausdrücklich ruft der PVS Verband niedergelassene Ärzte dazu auf, auf eine Prüfung ihrer individuellen Praxissituation zu bestehen und ihre Ansprüche geltend zu machen, sofern die wirtschaftliche Situation ihrer Praxis einen solchen Schritt notwendig macht. „Damit sollte in dieser Frage wieder etwas mehr Klarheit bestehen, nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung in einem ersten Schritt bedauerlicherweise kommentarlos über die interne Anweisung der Bundesagentur für Arbeit zum Umgang mit Anträgen auf Kurzarbeitergeld von Arztpraxen informiert hatte. Hier wäre ein energischer Widerspruch wünschenswert gewesen“, so Mittmann abschließend.

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04.05.2020

Verwirrung um Kurzarbeitergeld nicht hinnehmbar

Wiesbaden, 30. April 2020: Der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI) fordert umgehende Rechtssicherheit im Hinblick auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld für Krankenhäuser und Vertragsärzte.

Das Kurzarbeitergeld (KUG) ist eine beitragsfinanzierte Lohnersatzleistung für Arbeitnehmer eines Betriebes, um unvermeidbare Arbeits- und Entgeltausfälle zu kompensieren und betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Krankenhäuser und Arztpraxen haben daher, wie andere Unternehmen auch, in der aktuellen Pandemielage Anspruch auf KUG.

Im Rahmen des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes wird das Kurzarbeitergeld für Kliniken explizit nicht erwähnt. „Somit ist das Kurzarbeitergeld selbstverständlich als ergänzender Teil des Krankenhaus-Rettungsschirms anzusehen und darf infolgedessen nicht infrage gestellt werden“, fordert BDI-Präsident Prof. Hoffmeister.

Hätte der Gesetzgeber eine Anrechnung bzw. das Nebeneinander von Rettungsschirm und Kurzarbeitergeld nicht gewollt, so hätte er eine entsprechende Formulierung, wie für den vertragsärztlichen Bereich aufgenommen. Dies ist ausdrücklich nicht der Fall. Insofern sind diesbezügliche Äußerungen der Bundesagentur für Arbeit schlicht nicht statthaft.

Im Hinblick auf die Vertragsärzte muss festgestellt werden, dass sich der Rettungsschirm lediglich auf die Einnahmen des Arztes und der Ärztin aus ihrer KV-Tätigkeit bezieht. Weitere Einnahmen aus Kooperationsverträgen, PKV, Beihilfe oder gutachterlicher Tätigkeit sind hierbei nicht einzubeziehen.

„Individuell müssen die Praxisbesonderheiten bei einem Antrag auf Kurzarbeitergeld geprüft werden. Eine pauschale Ablehnung ist nicht sachgerecht. Es kann nicht sein, dass auf dem Rücken der Ärzteschaft versucht wird, Ausgabeneinsparungen der Bundesagentur für Arbeit zu realisieren“, so Prof. Hoffmeister abschließend.

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04.05.2020

BvDU fordert Einzelfallprüfung für Vertragsarztpraxen: Pauschale Ablehnung von Kurzarbeitergeld ist rechtswidrig

Berlin, 30.04.2020. Vertragsarztpraxen erhalten derzeit von der Agentur für Arbeit Bescheide, die Kurzarbeitergeld unter Verweis auf den Schutzschirm des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes vom 27. März 2020 pauschal ablehnen. Darin wird auf den mit dem COVI-19-Krankenhausgesetz geschaffenen Anspruch auf Ausgleichszahlungen durch die Kassenärztlichen Vereinigung nach § 87a Abs. 3b SGB V Bezug genommen. Urologische Praxen in Deutschland müssen momentan erhebliche Einnahmeausfälle durch fehlende GKV-Leistungen hinnehmen. „Es gibt zwar einen Schutzschirm für Niedergelassene, der ist aber bislang nur eine Kann-Bestimmung der Politik und noch nicht verbindlich von der gemeinsamen Selbstverwaltung vereinbart“, erklärt Dr. Axel Schroeder, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Urologen e.V. „Von garantierten, unveränderten Abschlags- und Restzahlungen sind wir noch weit entfernt, ohne die Gefahr einer späteren Reduktion bzw. Bereinigung aufgrund von Fallzahlrückgängen.“ Auch bei den privatärztlichen Honoraren werden im laufenden Quartal Umsatzrückgänge von teilweise bis zu 50 Prozent verzeichnet. „Wir benötigen neben den angekündigten vertragsärztlichen Ausgleichszahlungen dringend ein Schutzschild für den PKV-Bereich“, fordert Schroeder. „Kurzarbeitergeld muss je nach Praxisbesonderheiten und Honorarzusammensetzungen bewilligt werden, da ansonsten betriebsbedingte Kündigungen unvermeidlich sind. Eine pauschale Ablehnung von Kurzarbeitergeld in Bezug auf vertragsärztliche Leistungserbringer ohne Einzelfallprüfung ist schlichtweg rechtswidrig“, so der BvDU-Präsident weiter.

Urologische Praxen in Deutschland erzielen in den meisten Fällen circa zwei Drittel aller Einnahmen durch GKV-Patienten, ein Drittel durch PKV-Versicherte. Teilweise liegt das Verhältnis sogar bei 50/50. Somit bilden die in der Behandlung von Beihilfeberechtigten und Selbstzahlern erzielten Honorare einen wesentlichen, die Funktionsfähigkeit der Praxen stützenden Bereich. Gravierende Honorarminderungen entstehen derzeit, weil unter COVID-19-Bedingungen nicht nur weniger Patienten behandelt werden, sondern auch viele Leistungen nicht erbracht werden können. Das betrifft zudem die extrabudgetären Kassenleistungen, wie die Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen, Heimbesuche, belegärztliche und ambulante Operationen. „Eine Praxis ist ein mittelständisches Unternehmen und somit stehen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten auch Ausgleichszahlungen für Corona bedingte Einnahmeausfälle per Gesetz zu“, betont Schroeder.

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28.04.2020

Junge Ärzte wollen Abkehr von Profitorientierung

Berlin – Das Bündnis Junge Ärzte sorgt sich um das deutsche Gesundheitssystem und appelliert in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheits­mi­nister Jens Spahn (beide CDU), auch unabhängig von der COVID-19-Pandemie die Ge­sundheit der Menschen vor die Profitorientierung im Gesundheitswesen zu stellen.

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27.04.2020

Ärztenachrichtendienst, 27.04.2020 Gesundheitsvorsorge und Corona – „Wir müssen schrittweise in eine Regelversorgung zurückkehren“

Lock-down auch in vielen Arztpraxen: Derzeit bieten viele Ärzte nur noch eine Notfallversorgung an, manche Praxen haben sogar vorübergehend komplett geschlossen aufgrund von Positiv-Testungen innerhalb des Praxisteams. Vorsorgeuntersuchungen, Krebs-Früherkennungen und Check-ups fallen vielfach erst einmal flach – auch aufgrund von Patientenabsagen. Wie sich dies auf die Bevölkerungsgesundheit auswirken könnte, erörterte der änd in einem Telefoninterview mit Dr. Axel Schroeder, Facharzt für Urologie und Vorstandsmitglied im Spitzenverband Fachärzte Deutschland (Spifa).

Schroeder: „Durch Corona und die derzeitige Zurückhaltung bei Früherkennungen und Check-Ups fallen etliche erkrankte und dringend behandlungsbedürftige Patienten durchs Raster“.

Herr Dr. Schroeder, kennen Sie konkrete Zahlen, inwieweit sich die Corona-Pandemie aktuell auf die Vorsorge- oder Früherkennungsuntersuchungen auswirkt?

Für detaillierte Zahlen ist es derzeit noch zu früh. Natürlich verfügen die Praxen jeweils über individuelle Daten. Die aber bekommen wir erst per KV-Abrechnung auf den Punkt genau zu sehen.

Eine klare Ansage gibt es allerdings bezüglich des Mammographie-Screenings, dass seitens des G-BA erst einmal Ende März vorübergehend auf Eis gelegt wurde. Aktueller Stand: Keine Einladungen zu Screening-Untersuchungen bis Ende April. Was sonst hinsichtlich der Versorgung bestimmter Patienten aktuell in diesen Zeiten noch möglich ist oder auch nicht (z.B. hinsichtlich der Kontrolluntersuchungen von DMP-Patienten) ist nachzulesen in einer Stellungnahme der KBV zum Coronavirus.

Viele Praxen betreuen aktuell lediglich medizinische Notfälle. Check-ups, Kontrollen und Krebs-Früherkennungsuntersuchungen fallen daher erst einmal größtenteils unter den Tisch. Wie bewerten Sie das generell?

Am Anfang des Lock-downs ging es den Arztpraxen vor allem darum, zumindest für Notfallpatienten und Krebspatienten erreichbar zu sein. Alles andere wurde erst einmal ärztlicherseits verschoben – darunter auch klassische Vorsorgeuntersuchungen wie beispielsweise Check-Ups. Aber auch viele Patienten haben von sich aus Termine gecancelt – darunter übrigens auch etliche, die eigentlich eine regelmäßige ärztliche Betreuung benötigen, wie beispielsweise Patienten mit chronischen Erkrankungen (z.B. Blasenfunktionsstörungen, Diabetes, Hypertonie, KHK und so weiter). Und für die die Fachärzte selbstverständlich auch dagewesen wären, um eine potenzielle Verschlechterung der jeweiligen Krankheitsbilder zu vermeiden.Die Praxiszahlen sind dadurch um bis zu 80 Prozent eingebrochen.

Wir müssen dabei ganz klar unterscheiden zwischen Früherkennungsuntersuchungen und Untersuchungen bei Beschwerden: Früherkennungsuntersuchungen lassen sich durchaus etwas verschieben – aber natürlich nicht unendlich –, dringende Fälle und Beschwerden jedoch nicht.

Wir werden und müssen daher unbedingt schrittweise in eine Regelversorgung zurückkehren – auch im Sinne unserer Patienten.

Welche Probleme befürchten Sie besonders?

Die derzeitige massive Blockade, auf alle elektiven Eingriffe zu verzichten, bereitet mir sehr große Sorgen. Wir bauen dadurch eine Halde von operativen und ja größtenteils durchaus erforderlichen OPs auf. Der Druck der Ärzte, dies zu ändern, wird immer größer. Und auch die Patienten und deren Angehörige fordern zunehmend eine Behandlungsaufnahme. Ein Umbruch zeichnet sich erfreulicherweise bereits ab, weil doch nicht alle Kliniken intensiv in die Coronaversorgung involviert sind, denn OP-Verschiebungen jenseits von absoluten Notfällen sind meiner Meinung nach nicht länger so ohne Weiteres zu verantworten.

Welche Früherkennungsuntersuchungen lassen sich verschieben und wie lange?

Das kommt drauf an. Es gibt halt schnell und langsam voranschreitende Krebsarten. Wenn ich mal mein Fachgebiet – also die Urologie und damit die Krebsfrüherkennung beim Mann – heranziehe mit den 1x jährlichen Kontrollterminen, kommt es bei den Checks auf Dickdarm- und Prostatakrebs nicht unbedingt auf ein Vierteljahr an, wenn wir den Patienten kennen und die vorherigen Untersuchungsergebnisse alle befundlos waren. Kritische Patienten muss man natürlich kurzfristiger betrachten. Gerade bei jüngeren Patienten sind Tumorerkrankungen altersbedingt erfahrungsgemäß aggressiver. Um im Bereich der Urologie zu bleiben: Bei einem 50-Jährigen mit einem Prostata-Ca besteht gegebenenfalls ein deutlich höherer und schnellerer Handlungs- und Kontrollbedarf als bei einem 70-Jährigen.

Aber als Fachärzte müssen wir in Corona-Zeiten auch Tumorerkrankungen im Blick behalten, die eine schnelle Progressionsrate haben und deren Früherkennungsuntersuchungen daher keinen langen Aufschub dulden. Dazu gehören unter anderem beispielsweise Hautkrebserkrankungen.

Auch in Zeiten von Corona sollten wir uns als Ärzte/Ärztinnen die Frage stellen: Wann agiert man medizinisch fahrlässig angesichts des Aufschubs von Früherkennungsuntersuchungen? Oder auch von Check-ups, die beispielsweise einen dringend behandlungsbedürftigen Bluthochdruck oder Diabetes zutage bringen würden und möglichweise angesichts des Nicht-Erkennens mittelfristig zu mehr Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen? Eine durchaus schwierige Frage…

Welche Früherkennungsuntersuchungen sollten nach wie vor unbedingt regelmäßig und ohne Aufschub stattfinden bzw. finden auch statt?

Wichtig sind hier meiner Meinung nach beispielsweise die regelmäßigen U-Untersuchungen von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, außerdem selbstverständlich die gynäkologischen Kontrolluntersuchungen bei Schwangeren. Ich gehe davon aus, dass diese auch trotz Corona stattfinden – kann als Urologe aber nicht wirklich beurteilen, wie es in der Praxis aussieht.

Um welche Patienten machen Sie sich hinsichtlich Früherkennung und Vorsorge die meisten Sorgen?

Gleich vorab und jenseits von der aktuellen Corona-Situation: Früherkennung ist generell wichtig und wird hierzulande fachübergreifend nach wie vor viel zu wenig wahrgenommen. Ich befürchte, dass viele Patienten ihre regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen und Gesundheits-Checks angesichts der Corona-Pandemie nun nicht nur um ein paar Wochen oder auch Monate verschieben, sondern für das Jahr 2020 gleich komplett ausfallen lassen. Das wiederum birgt die Gefahr, dass angesichts Corona viele eigentlich dringend behandlungsbedürftige Patienten durchs Raster fallen – mit möglicherweise nicht mehr oder nur schwer auffangbaren gesundheitlichen Folgen.

Die Welt dreht sich auch mit Corona weiter – und dass muss sie auch unbedingt, was die ärztliche Versorgung angeht.

Speziell für Chroniker und Krebspatienten, die sich in einer laufenden Behandlung oder einer instabilen Phase befinden, halte ich das für extrem wichtig – erfreulicherweise sehe ich diesbezüglich eine steigende Tendenz. Und auch die medizinische Versorgung in Altenheimen muss beibehalten werden. Denn die bisherigen Zahlen zeigen, dass ein einziger Corona-Fall in Senioreneinrichtungen dafür sorgt, dass rund die Hälfte der Bewohner ebenfalls an dem Virus erkrankt.

27.04.2020 08:23:55, Autor: Interview: Jutta Heinze

Quelle: https://www.aend.de/article/205506

27.04.2020

Verschleppte Krankheiten sind oft gefährlicher als Corona

Berlin, 27. April 2020 – Viele Menschen scheuen sich aktuell davor, zum Arzt zu gehen – aus Angst, sich in der Praxis mit dem Corona-Virus anzustecken. Dabei kann gerade dieses Verhalten deutlich gefährlicher für die eigene Gesundheit werden.

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