22.02.2021

BÄK soll „unverzüglich vorlegen“ – SpiFa will neue GOÄ bei Ärztetag diskutieren

Wann ist die neue GOÄ so weit, dass sie Gesundheitspolitikern als Entwurf präsentiert werden kann? Der SpiFa nimmt für die innerärztliche Diskussion einen konkreten Termin ins Visier – und drängt die BÄK. Die Bewertung vor allem der Gesprächsleistungen in der GOÄ ist schon lange knapp bemessen. Die Ärzte erhoffen sich über die anstehende Novelle Besserung.

Berlin. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) strebt eine breite innerärztliche Diskussion über die neue Gebührenordnung (GOÄ) auf dem Ärztetag im Mai an. Der GOÄ-Ausschuss des Spitzenverbandes forderte den Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) am Freitag dazu auf, „die ärztliche GOÄ neu nunmehr unverzüglich vorzulegen“.

Seit mehr als einem Jahr vermelden Bundesärztekammer (BÄK) und PKV-Verband immer wieder, einen Entwurf für die neue GOÄ inklusive der Leistungsbewertungen binnen Wochen vorlegen zu können. Zuletzt hatte BÄK-Chef Dr. Klaus Reinhardt einen tragfähigen GOÄ-Entwurf „weit vor der Bundestagswahl“ angekündigt. Die Preisfindung für die Leistungslegenden sei nach wie vor Gegenstand der Verhandlungen.

Ärztetagsbeschluss datiert von 2018

„Die Ärzteschaft muss die Chance bekommen, sich zum Wert und der Bedeutung einer modernen ärztlichen Gebührenordnung im nun anstehenden Bundestagswahlkampf zu positionieren“, sagte Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa.

Bereits 2018 habe der Ärztetag einen Beschluss gefasst, wonach der BÄK-Vorstand den Entwurf für eine neue ärztliche GOÄ vorlegen solle. „Nach drei Jahrzehnten des Stillstandes formulieren wir nun in aller Deutlichkeit unseren Anspruch auf eine zeitgemäße GOÄ, die ihren Namen auch verdient“, so SpiFa-Vorstand Dr. Christian Albring. Eine modernisierte Gebührenordnung sei für den SpiFa untrennbar mit dem freien Beruf Arzt verbunden.

Tatsächlich hat es seit Jahrzehnten keine Erhöhung des Punktwertes der GOÄ gegeben, was vor allem bei Gesprächsleistungen und allgemeiner Zuwendung zu Problemen für eine kostendeckende Abrechnung führt.

Aufwertung der Gesprächsleistungen avisiert

Bei einer Veranstaltung zusammen mit dem PKV-Verband Mitte Februar hatte BÄK-Präsident Reinhardt nochmals darauf hingewiesen, dass die schwache Bewertung einer zuwendungsorientierten Medizin „in der neuen GOÄ kompensiert“ werde. Dies werde teilweise ausgeglichen werden durch eine Neubewertung von Medizintechnik- und Laborleistungen, in denen durch technischen Fortschritt die Deckungsbeiträge „deutlich erhöht“ worden seien.

Der SpiFa hatte erst im Januar in einem Zehn-Punkte-Programm gefordert, die GOÄ dürfe nicht zu einem Leistungskatalog mutieren. Sie dürfe auch nicht mit den Kostenträgern abgestimmt werden. Allerdings ist bereits ein Ausgabenrahmen von einem Honorarzuwachs um 5,8 Prozent plus oder minus 0,6 Prozentpunkte für die GOÄ-Novelle vorgegeben. (ger)

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Politik/SpiFa-will-neue-GOAe-bei-Aerztetag-diskutieren-417282.html