09.10.2017

In der kommenden Legislaturperiode muss die sektorenübergreifende Versorgung konsequent verbessert werden

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) legt im Zuge des im Juni dieses Jahres gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden ins Leben gerufene „Aktionsbündnis Belegarztwesen“ Vorschläge zur Wiederbelebung des Belegarztwesens vor und fordert damit eine konsequente Verbesserung der sektorenübergreifenden Patientenversorgung.

Das Belegarztwesen ist ein weltweit verbreitetes Modell für eine gut funktionierende intersektorale Versorgung und die einzige Versorgungsstruktur, die eine Patientenbetreuung über alle Sektoren hinweg durch die selbe Ärztin bzw. den selben Arzt ermöglicht. Nicht zuletzt für den ländlichen Raum kann damit Versorgungsengpässen wirkungsvoll begegnet werden.

So fordert der SpiFa den Gesetzgeber auf, den Verbotsvorbehalt auf die belegärztliche Tätigkeit auszudehnen und damit belegärztliche Behandlung bruchfrei und sektorenunabhängig zu gestalten. Das bedeutet auch, dass eine strukturell gleiche Erlössituation wie bei Hauptabteilungen im DRG System hergestellt werden muss und die Vergütung belegärztlicher Leistungen grundsätzlich außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung erfolgen, d.h. § 121 Abs. 3 SGB V entsprechend angepasst werden muss. DRGs, die die spezielle Kosten- und Vergütungsstruktur des Belegarztwesens berücksichtigen, müssen durch das IneK angepasst werden.

So wie 2007 mit dem GKV-VÄndG die Umwandlung von Belegabteilungen in Hauptabteilungen vereinfacht wurde, muss nun die Umwandlung von Haupt- in Belegabteilungen vereinfacht werden. In der Krankenhausplanung der Länder muss eine Mindestmenge an in Krankenhäuser zu führenden Belegbetten ausgewiesen werden.

„Ein weiterentwickeltes Belegarztwesen befördert das übergeordnete Ziel der Überwindung von starren Sektorengrenzen bei gleichzeitigem Erhalt eines hohen Versorgungsniveaus mit einer bruchlosen Versorgung der Patienten durch den selbstgewählten und aus der ambulanten Versorgung bekannten Arzt“, so Dr. Andreas Hellmann, Mitglied des SpiFa-Schnittstellenausschusses ambulant/stationär und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Belegärzte e.V. (BdB). „Mit dem Belegarztwesen werden die Prinzipien der Freiberuflichkeit, der persönlichen Leistungserbringung und vertragsärztlichen Zulassung gewahrt.“

„Diese Art von Versorgung entspricht dem Wunsch der Patienten und stellt eine effiziente Versorgungsform dar“, sagt Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa. „Die stationäre Versorgung bleibt elementarer, notwendiger Bestandteil eines Gesundheitssystems. Bei den sog. „stationär/ambulanten“ Fällen mit bis zu 3 Tagen Liegedauer sind geeignete Strukturen bereits definiert und müssen endlich eingeführt werden“ (siehe Praxiskliniken § 122 SGBV).

Bereits im Juni hatte die KBV im Rahmen des Sicherstellungskongresses das Thema Belegarztwesen wieder in den Fokus gerückt, was vom SpiFa ausdrücklich begrüßt wurde.

Das Grundsatzpapier „Verbesserung der Patientenversorgung an der Schnittstelle ambulant/stationär mittels Stärkung des Belegarztsystems“ präzisiert die Forderungen des SpiFa aus ihrer Agenda „Facharzt 2020“ und bietet zahlreiche Verbesserungsvorschläge zur zukunftsfähigen Gestaltung intersektoraler Versorgung.

Grundsatzpapier „Verbesserung der Patientenversorgung an der Schnittstelle ambulant/stationär mittels Stärkung des Belegarztsystems“