08.10.2020

Das Impfen muss in ärztlicher Hand bleiben!

Berlin, 8. Oktober 2020 – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) fordert anlässlich der heutigen Veranstaltung „Impfgipfel – Gemeinsam gegen Grippe und Co“, dass das Impfen ausschließlich in ärztlicher Hand bleibt und dass Ärzte keine Regresse beim Impfen fürchten müssen.

Der SpiFa fordert anlässlich der heutigen Veranstaltung des Tagesspiegels „Impfgipfel – Gemeinsam gegen Grippe und Co“, dass das Impfen in ärztlicher Hand bleiben soll.

Mit dem Inkrafttreten des Masernschutzgesetzes dürfen seit 2020 auch Apotheker im Rahmen von regionalen Modellvorhaben die jährliche Grippeimpfung durchführen. Dies lehnt der SpiFa entschieden ab. „Wir verfügen in Deutschland über eine wohnortnahe und qualifizierte vertragsärztliche Versorgung, so dass das Impfen eine ausschließlich ärztliche Aufgabe bleiben kann“, sagt Dr. Axel Schroeder, Vorstandsmitglied des SpiFa. Es ist nicht notwendig, dass durch die Apotheken eine Parallelstruktur für das Durchführen von Impfungen aufgebaut wird, die zudem mit hohen Unsicherheiten für die Patienten verbunden ist. Impfen ist nicht nur die Verabreichung eines Impfstoffs.

Die Tätigkeitsgebiete von den Heilberufen der Ärzte und Apotheker sind klar getrennt. Die Apotheker sind für die Distribution der Impfstoffe zuständig. Ausschließlich Ärzte sollten auch weiterhin für das qualifizierte Impfen zuständig sein, dazu zählt die medizinische Überwachung bei Risikopatienten genauso wie die umfassende medizinische Aufklärung aller Patienten.

Seit Inkrafttreten des Gesetzes können außerdem alle Ärzte jede Art von Impfung durchführen. Das fachübergreifende Impfen war vorher in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Damit ist nun jeder Arztbesuch für alle Patienten eine Chance zur Überprüfung und Vervollständigung des eigenen Impfschutzes. An alle impfenden Ärzte sollte daher appelliert werden, jede Gelegenheit zur Überprüfung des Impfstatus der Patienten zu nutzen, um vorhandene Impflücken zu schließen. „Wenn zur Steigerung der Impfquote die Ärzte dazu aufgefordert werden, sollte aber auch sichergestellt werden, dass sie nicht selbst für die Abnahme der Impfstoffe haften und keine Regresse fürchten müssen“, so Dr. Schroeder weiter.

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