05.05.2021

Die Initiative zur Abschaffung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr kommt zur Unzeit und ist destruktiv.

Der SpiFa fordert die sofortige Einstellung der Diskussion über eine Abschaffung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und stellt sich ausdrücklich hinter die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in Uniform.

„In einer Zeit, in der auch der Sanitätsdienst der Bundeswehr nicht nur für die Soldaten und Zivilbeschäftigten, sondern gerade auch der Bevölkerung durch unterschiedlichste Unterstützungsleistungen bei der Organisation beispielsweise der Impfzentren, aber auch in den Bundeswehrkrankenhäusern und ambulanten Versorgungseinrichtungen selbst in unserem Land  einen Anker bei der Bewältigung der Corona Pandemie darstellt dessen Abschaffung auf die politische Agenda zu setzten, zeugt von wenig politischem Fingerspitzengefühl.“ so Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa e.V. „Mehr noch. Es kommt dieser Vorschlag zur Unzeit und darf von den Ärztinnen und Ärzten, aber auch von den Soldatinnen und Soldaten und zivilen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen als Schlag ins Gesicht verstanden werden. Man muss kein Hellseher sein um bereits heute vorher zu sagen, dass die Fortführung dieser Bemühungen und der Debatte darum zu einem personellen Aderlass des Sanitätsdienstes führen wird, den die Bundeswehr nur schwer bis gar nicht wird kompensieren können.“ so Heinrich weiter.

Vor dem Hintergrund der Personalknappheit in allen Medizinischen Bereichen in Deutschland kann man konstruktive Elemente einer solchen Umstrukturierung innerhalb der Bundeswehr nur schwer erkennen.

„Das Vorhaben einer Eingliederung in die Teilstreitkräfte zeigt zudem auch ein Bild der Spitze des Ministeriums vom freien Beruf Arzt, das einen schon ratlos zurücklässt. Ärztinnen und Ärzte im Dienst der Bundeswehr müssen sich in jeder Situation hier in Deutschland und erst recht im Einsatz darauf verlassen können, dass sie ihre medizinischen Entscheidungen auch und gerade innerhalb einer Befehlskette nur unter der Befehlsgewalt eines Arztes treffen können und am Ende auch verantworten müssen. Alles andere gefährdet die ärztliche Unabhängigkeit, die wiederum Voraussetzung für das Vertrauen der Soldatinnen und Soldaten ist, dass gerade im Einsatz alles medizinisch Mögliche für Leib und Leben getan wird.“

In diesem Zusammenhang wies Heinrich ausdrücklich darauf hin, dass der SpiFa sich nachdrücklich bei der Politik, aber auch in der ärztlichen Selbstverwaltung für eine sofortige Beendigung der Debatte einsetzen wird.