12.12.2017

SpiFa betont nach KBV-VV: Entbudgetierung aller Betreuungs- und Koordinationsleistungen nötig

Ärztenachrichtendienst, 11.12.2017

Die fachärztlichen Grundleistungen müssen aus dem Budget heraus, wenn die Arbeit in der Niederlassung künftig attraktiver werden soll – diese Forderung mehrere Facharztverbände griff die Spitze der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am vergangenen Freitag auf der Vertreterversammlung auf. Die dabei genannten Zahlen trafen jedoch nicht ganz ins Schwarze, betonte der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) am Montag.

Der Blick auf die Grund- und Konsiliarpauschalen reicht nicht, betont Lindemann.

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen hatte sich in Berlin für die Entbudgetierung stark gemacht. Leute aus seiner Honorarabteilung hätten die finanziellen Auswirkungen durchgerechnet: „Ausgehend vom Leistungsbedarf des Jahres 2016 würde die Ausbudgetierung der fachärztlichen Grundleistungen rund 350 Millionen Euro kosten“, so der Orthopäde. Das seien „Peanuts“ im Vergleich zu dem 19-Milliarden-Polster, auf dem die Kassen derzeit ruhten, so Gassen.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) begrüßte nach der Vertreterversammlung, dass die KBV-Führung das Thema Entbudgetierung der fachärztlichen Grundleistungen aufgegriffen hat. Der Dachverband der Facharzt-Organisationen wies am Montag jedoch darauf hin, dass die genannte Summe von 350 Millionen Euro relativiert werden müsse. „Dieser Wert bezieht sich auf die fachärztlichen Grund-, Konsiliar- und alle weiteren Pauschalen, welche je nach Behandlungsfall einmal zur Abrechnung kommen“, betonte Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa. Die Forderung des SpiFa in Sachen Ausbudgetierung von Leistungen in der Grundversorgung beziehe sich jedoch auf alle relevanten Betreuungs- und Koordinationsleistungen – auch der Hausärzte – sowie der Leistungen, die mit der pauschalierten fachärztlichen Grundvergütung belegt sind. „Nach unseren Schätzungen belaufen sich die Kosten hierfür auf mindestens 800 Millionen Euro.“

Quelle: Ärztenachrichtendienst, 11.12.2017