28.03.2020

Faire Bedingungen für das Praktische Jahr und die Staatsexamina im Medizinstudium während der COVID-19-Pandemie

Berlin, 27.03.2020

Mehr als 50.000 Unterschriften in weniger als 20 Stunden – die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) fordert faire Bedingungen für das Praktische Jahr und die Staatsexamina während der COVID-19-Pandemie und hat hierfür eine Petition gestartet, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Der vom Bundesministerium für Gesundheit vorgelegte Entwurf einer Verordnung zur Abweichung der Approbationsordnung für Ärzte im Zuge der COVID-19-Pandemie bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Weder wird der besonderen Mehrbelastung der Studierenden, die im April und Mai ihr Staatsexamen ablegen würden, noch den Anforderungen an das Praktische Jahr (PJ) in der aktuellen und perspektivisch prekären Versorgungssituation Rechnung getragen. So ist vorgesehen, dass COVID19-begründete Fehlzeiten im Anschluss an das PJ und damit in der Lernphase für das gleichzeitig vorgesehene “Hammerexamen” nachgeholt werden müssen. Dieser und weitere Punkte des Referentenentwurfs bringen erhebliche Nachteile für die Studierenden mit sich. Um die Anregungen, Änderungsvorschläge und Forderungen der Stellungnahme der bvmd zu dem Entwurf vom 25. März zu unterstreichen, hat die bvmd nun die oben genannte Petition gestartet.

“Die breite Unterstützung der Petition setzt ein Zeichen: Die Besorgnis und der Unmut der Studierenden, vor allem in Hinblick auf die Staatsexamina und das Praktische Jahr, müssen bedacht werden”, so Martin Jonathan Gavrysh, Vizepräsident der bvmd, “Die bisherigen Überlegungen des Bundesministeriums für Gesundheit bringen weder ausreichend Sicherheit oder Entlastung, noch Wertschätzung gegenüber den Studierenden, die sich bestmöglich in der Gesundheitsversorgung einbringen möchten. In dieser Position fühlen wir uns bestärkt und werden unsere Anliegen weiter an die Zuständigen herantragen.”

“Wir sind zuversichtlich, dass diese Petition unseren Forderungen Gehör verschaffen wird”, sagt Louise Hegge, Projektleitung faires PJ, “Der Wille der Studierenden, in dieser Notlage zu unterstützen, ist groß. Es haben sich schon über 25.000 Studierende bei den Kliniken und Gesundheitsämtern gemeldet – wir fordern faire Bedingungen für eben diese Studierenden.”

Wir freuen uns auf den weiteren konstruktiven Austausch mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den in den weiteren Verfahren beteiligten Institutionen.

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Pressemitteilung bvmd