20.05.2021

Finanzierung von Hygienekosten – SpiFa ist „nicht mehr bereit, hier stillzuhalten“

Ärztenachrichtendienst, 20.05.2021

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hat die Krankenkassen erneut aufgefordert, den niedergelassenen Ärzten ausreichend Geld zur Finanzierung von Hygienemaßnahmen in den Praxen zur Verfügung zu stellen. Die Kassen sollten ihre „destruktive Verweigerungshaltung in der gemeinsamen Selbstverwaltung“ aufgeben, betont der Ärzte-Dachverband in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung.

Schroeder warnt davor, dass einige Leistungen bald nicht mehr im gewohnten Umfang erbracht werden könnten.

Die Kosten für eine qualitätsgesicherte Aufbereitung medizinischer Geräte sei in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen und könnten aus dem Honorar, das die Krankenkassen für Leistungen am Patienten zahlen würden, nicht mehr gedeckt werden, erklärt der SpiFa.

Hauptgeschäftsführer Lars Lindemann nennt hierfür das Beispiel der Lupenlaryngoskopie (Untersuchung des Kehlkopfes mittels Endoskop). Diese Leistung werde mit 8,23 Euro (74 EBM-Punkte) vergütet. Die vorgeschriebene Desinfektion der zu nutzenden Gerätschaften koste aber ein Vielfaches davon. „Die Kassen nutzen hier schamlos die selbstverständlich von den Ärztinnen und Ärzten ihrerseits erfüllten Verpflichtung zu notwendigen Hygienemaßnahmen aus und entziehen sich ihrerseits der ebenso selbstverständlich bestehenden Verpflichtung die dafür notwendigen Finanzierung zu übernehmen“, moniert Lindemann.

SpiFa-Vorstandsmitglied Dr. Axel Schroeder richtet sich gar mit einer Art Kampfansage an die Kassen: „Diese Verweigerung der gesetzlichen Krankenkassen erleben wir nun seit Jahren. Wir sind jedoch nicht mehr bereit, hier stillzuhalten, sondern werden mit unseren Patienten über die Verweigerung der Kassen in unseren Praxen sprechen. Ja, wir werden auch die völlig destruktive Verhandlungsposition der Krankenkassen in der gemeinsamen Selbstverwaltung thematisieren und die Patienten auffordern, auf ihre jeweilige Kasse zuzugehen und sich eine Kostenübernahmeerklärung für die vor Benutzung notwendige hygienische Wiederaufarbeitung der medizinischen Geräte einzuholen.“

Andernfalls, warnt Schroeder, könne es passieren, dass zum Beispiel endoskopische Untersuchungen generell in dem Umfang wie bisher nicht mehr erbracht werden könnten. „Die Krankenkassen sollten dann auch das Kreuz haben, Ihren Versicherten zu erklären, warum sie allseits anerkannte Hygienestandards nicht bezahlen wollen, deren Erfüllung sie selbst einfordern.“

Quelle: Ärztenachrichtendienst, 20. Mai 2021