15.09.2015

GOÄ-Verhandlungsführung: Montgomery, übernehmen Sie!

Die jüngsten Irritationen zum Verhandlungsstand der neuen GOÄ zeigen aufs Deutlichste, dass Verhandlungsführung und Verhandlungsergebnisse aus dem Ruder laufen. Daher ist es höchste Zeit, dass diese zentrale Frage einer eigenen berufsständischen Gebührenordnung endlich wieder das wird, was sie vor über vier Jahren werden sollte, nämlich oberste Priorität der Bundesärztekammer und die „Chefsache“ von Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, erklärt der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa).

Die jüngsten Irritationen zum Verhandlungsstand der neuen GOÄ zeigen aufs Deutlichste, dass Verhandlungsführung und Verhandlungsergebnisse aus dem Ruder laufen. Daher ist es höchste Zeit, dass diese zentrale Frage einer eigenen berufsständischen Gebührenordnung endlich wieder das wird, was sie vor über vier Jahren werden sollte, nämlich oberste Priorität der Bundesärztekammer und die „Chefsache“ von Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, erklärt der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa).

Im Jahre 2011 hatte Montgomery vor seiner Wahl zum Präsidenten der Bundesärztekammer wörtlich erklärt: „Ich will Ihnen drei entscheidende Themen nennen, die für mich in der nächsten Zeit ganz obenan stehen. Zuallererst ist es die Gebührenordnung für Ärzte. Meine Damen und Herren, diese wird zur Chefsache gemacht“, erklärte Prof. Montgomery 2011 in Kiel.

Das jetzt entstandene Kommunikationschaos, in dem zweistellige Steigerungen als Ergebnis verkündet und die Bundesärztekammer umgehend gemeinsam mit dem PKV-Verband dementiert und erklärt, es werde immer noch die Absenkung von Leistungen verhandelt, verursacht bei allen Ärzten große Verwirrung.

„Daher ist es jetzt die zentrale Aufgabe des Präsidenten der Bundesärztekammer, als dem Sachwalter der ärztlichen Freiberuflichkeit, eine GOÄ durchzusetzen, die die für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient notwendige Transparenz in Vergütungsfragen herstellt. Eine in weiten Teilen über 20 Jahre alte Gebührenordnung, die neue Leistungen in für Patienten nicht nachvollziehbaren Analog-Ziffern abrechnet ist einem Berufsstand, der auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft behandelt, nicht mehr zumutbar. Selbstverständlich muss nach 20 Jahren auch eine Steigerung der Leistungsbewertungen vorgenommen werden“, fordert das Vorstandsmitglied des SpiFa, Dr. Hans-Friedrich Spies.

Dies sei nun wahrlich die Aufgabe des Ärztepräsidenten. Denn Gelingen oder Scheitern einer neuen GOÄ wird nach der Übernahme des Themas als „Chefsache“ immer mit der Person Montgomery verbunden bleiben.

„Der Arztberuf ist ein Freier Beruf und für einen solchen ist eine eigenständige Gebührenordnung das zentrale Element des beruflichen Selbstverständnisses. Was für Rechtsanwälte, Architekten und Steuerberater ganz selbstverständlich ist, wird bei den Ärzten seit über 20 Jahren verschleppt: die Reformierung und Aktualisierung der berufsständischen Gebührenordnung“, stellt der SpiFa-Vorsitzende Dr. Dirk Heinrich fest.