18.08.2015

Honorarverhandlungen: Kassen müssen sich an Regeln halten

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands warnt die Krankenkassen vor einem Ausscheren bei vereinbarten und bewährten Verfahrensweisen in den Honorarverhandlungen. Dem Vernehmen nach soll ein in der Öffentlichkeit bereits diskutiertes Gutachten der Krankenkassen zu einer pauschalen Absenkung des Orientierungspunktwertes führen.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands warnt die Krankenkassen vor einem Ausscheren bei vereinbarten und bewährten Verfahrensweisen in den Honorarverhandlungen. Dem Vernehmen nach soll ein in der Öffentlichkeit bereits diskutiertes Gutachten der Krankenkassen zu einer pauschalen Absenkung des Orientierungspunktwertes führen.

„Ein solches von den Kassen überraschend ins Spiel gebrachte Gutachten zur Neubestimmung des Orientierungspunktwertes ist nicht nur ein grobes Foul, es stellt vor allem die Kassenseite als seriösen Verhandlungspartner in Frage“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des SpiFa, Lars F. Lindemann. „Honorarverhandlungen sind keine Tarifverhandlungen, sondern Verfahren in einem gemeinsam geregelten Rahmen.“ so Lindemann weiter.

„Man kann nicht nach Gutsherren-Art auf gemeinsam vereinbarte Verfahren zur Festlegung des Orientierungspunktwertes pochen, wenn es einem nützt, wenn ein Verfahren aber nachteilig wird, es wieder in Frage stellen, so wie es die Kassen derzeit tun“, erläutert Lindemann.

„Vor dem Hintergrund, dass einerseits die von den Fachärzten für gesetzlich versicherte Patienten erbrachten Leistungen von den Kassen in weiten Teilen bis heute nicht voll bezahlt werden, andererseits aber immer mehr medizinische Leistungen gefordert und die bereits erbrachten als nicht ausreichend betrachtet werden muss die Frage erlaubt sein, welches Signal von Kassen hier an die Kassenärzte gesandt werden soll. Es kann der fortgesetzte Versuch der Reduzierung der Honorarumsätze und die damit einhergehende Einkommenskürzung nur als Aufforderung zu konfliktärer öffentlicher Auseinandersetzung verstanden werden. Honorarverhandlungen sind harte Auseinandersetzungen, die bislang aber stets in Partnerschaft und Verantwortung geführt wurden. Diese Ebene verlassen die Krankenkassen gerade, wenn sie mit Winkelzügen unter dem Motto ‚tarnen, täuschen, tricksen‘ als Verhandlungspartner unkalkulierbar werden“, erklärt der SpiFa-Hauptgeschäftsführer.