01.07.2020

Liebe DKG: Krise geht nur gemeinsam!

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) nimmt zu den heute veröffentlichten sogenannten Lehren aus der Corona-Pandemie der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Stellung.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat in ihrem Positionspapier „Lehren aus der Pandemie für gute Krankenhauspolitik“ zahlreiche Eckpunkte für eine grundlegende Reform der medizinischen Versorgung vorgelegt. Darin macht sie u.a. Vorschläge zur Weitergeltung der Corona-bedingten Ausgleichszahlungen über den 1. Oktober 2020, Gewährung eines Pandemie-Zuschlages für den Corona-bedingten Mehraufwand sowie Forderungen für Zuschläge für steigende IT-Kosten der Krankenhäuser.

Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa e.V. korrigiert die DKG: „Mit einem beispiellosen Engagement aller Beteiligten im Gesundheitswesen hat das deutsche Gesundheitswesen die Krise im internationalen Vergleich bislang gut bewältigt. Darüber freuen wir uns alle, jedoch jetzt davon zu sprechen, dass dies ausschließlich auf die besondere Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser zurückzuführen sei, ist blanker Unsinn! Sechs von sieben Corona-Patienten wurden durch ambulant tätige Fachärzte in der haus- und fachärztlichen Versorgungsebene behandelt. Diese haben den Kollaps der stationären Versorgungsstrukturen erfolgreich verhindert.“

Mit Blick auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung fordert die DKG eine bürokratiearme Umsetzung und Verstetigung des „Zukunftsprogramms Krankenhäuser“. Das Konjunkturprogramm sieht für die Krankenhäuser Investitionen in Höhe von rund 3 Milliarden Euro vor.

„Wir nehmen den neuen Hauptgeschäftsführer der DKG, Dr. Gerald Gaß, beim Wort und freuen uns auf den gemeinsamen Dialog zu einer Weiterentwicklung der Strukturen im Gesundheitswesen. Für uns gehört zu diesem Dialog aber auch das Anerkenntnis von der Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung und die dringend notwendige Debatte um den Abbau unnötiger Krankenhausstrukturen. Der SpiFa und die Fachärzte in Klinik und Praxis sind gern bereit weiterhin ihren Anteil – ob in der Krise oder außerhalb einer Krise – dazu beizutragen. Auch wenn die Bundesregierung im sogenannten Konjunkturpaket die ambulante Versorgung nicht kennt.“, so Heinrich weiter.