08.08.2020

Länder und KVen bereiten sich trotz Kritik auf mehr Coronatests vor

Berlin – In den Bundesländern in Deutschland sollen nach einer Verordnung des Bun­desgesundheitsminis­teriums (BMG) die Testangebote auf SARS-CoV-2 wieder ausgebaut werden. Hintergrund ist, dass seit dieser Woche auch Reiserückkehrer ohne Symptome die Möglichkeit haben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Damit wurde der Personenkreis, der kostenfrei einen Coronatest in Anspruch nehmen kann, deutlich erweitert. Von morgen an sind darüber hinaus nach einer neuen Verord­nung des BMG Tests für Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend.

In Brandenburg bat das zuständige Ministerium angesichts der neuen Vorgaben um Ge­duld. Der Aufbau neuer Testzentren gelinge nicht in wenigen Tagen, hieß es gestern. Da­für bräuchten Kommunen und Ärzte einen gewissen Vorlauf, sagte Landesgesundheitsmi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne).

Nonnemacher begrüßte die Tests zum Ende der Ferienzeit mit Blick auf die bundesweite Zunahme der Coronafälle. Zugleich kritisierte sie die vom Bund vorgesehene Vergütung von pauschal 15 Euro pro Test für die ärztliche Leistung als „deutlich unterfinanziert“.

Kritik kam auch von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB): Der Bund könne nicht ständig kurzfristig neue Regeln verkünden und die Umsetzung dann in die Hände der niedergelassenen Ärzte und der von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) be­triebenen Testzentren legen. Die Lasten müssten fair verteilt und ausreichend finanziert werden, sagte der stellvertretende KVBB-Vorsitzende Andreas Schwark.

Das Sozialministerium in Baden-Württemberg teilte mit, dass an den Flughäfen in Stutt­gart und Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden bereits Teststationen eingerichtet seien. Zwei weitere Testzentren sollen voraussichtlich nächste Woche am Hauptbahnhof Stuttgart und an der Autobahn-Raststätte Neuenburg-Ost an der A5 öffnen.