28.05.2020

Positionspapier: Bedeutung der diagnostischen Medizin für die Patientenversorgung

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit diagnostischen ärztlichen Leistungen ist eine wichtige Voraussetzung und tragende Säule einer verantwortungsvollen Gesundheitsversorgung.

Die diagnostischen, fachärztlichen Disziplinen, wie z.B. die Humangenetik, die Laboratoriumsmedizin sowie die Nuklearmedizin sind „konditional“. Das bedeutet, dass die diagnostischen Möglichkeiten die Teilhabe des Bürgers an einer angemessenen und umfassenden medizinischen Versorgung, einschließlich der Prävention, erst wirksam ermöglichen.

Prävention, Früherkennung von Krankheiten, sichere Diagnosen bis hin zur Abschätzung von Krankheitsverläufen, die Bewertung von Prognosen sowie die Entscheidung und Steuerung von individualisierten optimalen Therapien, können insbesondere durch eine schnelle, flächendeckende und qualitätsgesicherte Verfügbarkeit fachärztlich-diagnostischer Kompetenz aus den genannten Fächern gewährleistet werden. Eine flächendeckende und wohnortnahe Verfügbarkeit ist dazu unabdingbar.

Die diagnostische Medizin trägt dazu bei, Ressourcen im Gesundheitswesen zu schonen, denn eine schnelle und präzise Diagnostik ermöglicht die unverzügliche Entscheidung für eine bedarfsgerechte Therapie.

Die von Fachärzten verantwortete und gesteuerte diagnostische Medizin in Deutsch- land ist hoch effektiv. Logistik und Digitalisierung ermöglichen dabei auch in strukturschwachen Regionen das Vorhandensein von Qualität und Sicherheit im Rahmen einer bedarfsgerechten Patientenversorgung.

Seit vielen Jahren ist die diagnostische Medizin eingebettet in ein umfassendes Qualitätsmanagement, dass den Prozess von der Indikationsstellung, über die Durchführung, bis hin zur Einordnung des fachärztlichen Befundes in das individuelle Krankheitsgeschehen umfasst. Auf dem Gebiet von Qualitätssicherung und -Management sind die diagnostischen Fächer führend.

Die Zusammenarbeit der Fachärzte aus den Fächern der diagnostischen Medizin mit den primär behandelnden ärztlichen Kollegen in Praxis und Klinik ist ein entscheidender Impulsgeber – besonders für eine stets aktuelle, der Entwicklung der Medizin angepasste Indikationsstellung und für die Auswahl einer, auf das individuelle Krankheitsgesamtbild des Patienten, abgestimmte diagnostischen Strategie.

Die Fachrichtungen der diagnostischen Medizin arbeiten bereits seit vielen Jahren sektorenübergreifend und verbinden in idealer Weise stationäre und ambulante Patientenversorgung miteinander. Die hier tätigen Fachärztinnen und Fachärzte, sowie die sie tragenden Verbände, sind ein wichtiger Bestandteil der fachärztlich verantworteten Medizin. Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) vertritt die Interessen der diagnostischen Medizin im Gesundheitswesen gegenüber Selbstverwaltung, Kostenträger und Politik.

Link zum Interview mit Dr. Michael Müller, Vorstandsvorsitzender des ALM, am 21.11.2019