28.11.2016

Psychotherapeuten-Gesetz: Mitgliederversammlung unterstützt Stellungnahme des PIF-Ausschusses

Die Mitgliederversammlung des Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) unterstützt einstimmig die Stellungnahme des zuständigen SpiFa-Ausschusses zum BMG Eckpunktepapier zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG).

„Das unbeirrte Weiterarbeiten des BMG an einem Gesetz, das entgegen allen Forschungsgutachten die bewährte qualitätsgesicherte Ausbildung verlässt und zudem das System der Heilberufe ordnungspolitisch auf den Kopf stellt, lehnen wir entschieden ab“, so der Vorsitzende des Ausschusses für Psychotherapie in den Fachgebieten und Psychosomatische Medizin, Psychiatrie sowie Neurologie (PIF-Ausschuss) des SpiFa, Dr. Christian Messer.

Die vom PIF-Ausschuss eingebrachte Stellungnahme zu den Eckpunkten des BMG zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes wurde durch die Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag einstimmig angenommen. Die Stellungnahme lehnt die Vorschläge des BMG entschieden ab. Dieses Großprojekt wird massive Konsequenzen für Ärzte und Patienten in der Gesundheitsversorgung haben. Die Neueinführung eines mit weitgehenden Leitungs- und Direktionsbefugnissen ausgestatteten generalistischen Heilberufs mit grundlegenden, auch medizinischen und pharmakologischen Kenntnissen sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten für eine umfassende Gesundheitsversorgung in allen Versorgungsbereichen und für alle Altersgruppen der Bevölkerung, tritt in direkte Konkurrenz zu Hausärzten und grundversorgenden Fachärzten. Für eine derart einschneidende Veränderung der Versorgungslandschaft fehlt der breite wissenschaftliche und (gesundheits-)politische Diskurs mit allen Beteiligten. Zahlreiche Fragen der Patientensicherheit, Qualität in der Versorgung und letztlich auch die Finanzierung des geplanten Vorhabens bleiben völlig offen.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier zum Download.