06.10.2016

Sinnvolle Beteiligung von Apothekern an Medikationsplänen nötig

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) unterstützt die Forderung des Präsidenten der Bundesapothekerkammer nach einer stärkeren Beteiligung der Apotheker beim Umgang mit Medikationsplänen.

„Der Gesetzgeber hat bei der Umsetzung des E-Health-Gesetzes zwar einen richtigen Ansatz gewählt, der aber nicht konsequent zielführend ist, da er sich lediglich auf die Verantwortlichkeit des Arztes fokussiert“, so Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa e.V.. „Eine vom Grunde her richtige Maßnahme für Patienten, die täglich mindestens drei rezeptpflichtige Medikamente einnehmen, einen ärztlich erstellten Medikationsplan anzufertigen, wird dadurch in ihrer Nachhaltigkeit deutlich eingeschränkt.“

Es wurde nicht berücksichtigt, dass gerade diese Patienten überwiegend eine Stammapotheke ihres Vertrauens haben, die auch die zusätzlichen rezeptfreien Medikamente, die eventuell noch dazu kommen, mit berücksichtigt und auf die verordneten Medikamente abstimmt. Eine Medikation ist kein starres Gebilde, das einmal erstellt für alle Zeit gültig ist. Die Expertise und Kommunikationsmöglichkeit der Apotheker hier so außen vor zu lassen, spart an der falschen Stelle, da wir wissen, dass Wechselwirkungen von Arzneien neben großen körperlichen Nachteilen für die Patienten auch enorme Kosten verursachen. Deshalb hält es der SpiFa e.V. für notwendig, dass im Sinne der besten und vor allem gefahrlosen Versorgung der Patienten von Beginn an ein kontinuierliches Medikationsmanagement koordiniert durch Arzt und Apotheker stattfinden muss, das entsprechend für alle Beteiligten auch honoriert wird.

Der SpiFa e.V. bekennt sich ausdrücklich dazu, dass die Aufgaben der Zukunft nur gemeinsam durch Ärzte und andere Gesundheitsberufe gelöst werden können.