05.08.2015

SpiFa Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann erläutert die Grundzüge des neuen SpiFa

In der Zeitschrift „Der Urologe“ (2015/54, S. 1092-1093) hatte SpiFa Hauptgeschäftsführer unter dem Titel „Aus Protest entstanden, dem Konsens verpflichtet und durchsetzungsstark“ Gelegenheit, die Entwicklung des SpiFa darzustellen sowie die Arbeitsweise des Spitzenverbandes zu erläutern. Was bei Erscheinen zwar im Beitrag bereits angerissen, aber noch nicht durch die Mitgliederversammlung abgesegnet war: Der SpiFa änderte seine Satzung auf der Mitgliederversammlung am 24. Juli, wie angekündigt, nun so, dass alle fachärztlichen Fächer mit einer eigenen Weiterbildungsordnung die Vollmitgliedschaft erhalten können.

In der Zeitschrift „Der Urologe“ (2015/54, S. 1092-1093) hatte SpiFa Hauptgeschäftsführer unter dem Titel „Aus Protest entstanden, dem Konsens verpflichtet und durchsetzungsstark“ Gelegenheit, die Entwicklung des SpiFa darzustellen sowie die Arbeitsweise des Spitzenverbandes zu erläutern. Was bei Erscheinen zwar im Beitrag bereits angerissen, aber noch nicht durch die Mitgliederversammlung abgesegnet war: Der SpiFa änderte seine Satzung auf der Mitgliederversammlung am 24. Juli, wie angekündigt, nun so, dass alle fachärztlichen Fächer mit einer eigenen Weiterbildungsordnung die Vollmitgliedschaft erhalten können.

„Damit“, so Lindemann, „steht die Tür für vorbehaltlose Beitrittsgespräche offen. Die volle Mitgliedschaft der so definierten Fachgruppen war das Ziel und ist der Kern des SpiFa.“ Erstmals wurde übrigens nach dem neuen Abstimmungsprinzip der doppelten Mehrheiten abgestimmt; einem Verfahren, das die Gewichtung zwischen mitgliederstarken und –schwächeren Mitgliedsverbänden angemessen berücksichtigt. Das Ergebnis der Satzungsänderung: einstimmig angenommen. Eine weitere Änderung mit Signalwirkung: Der bisherige Schnittstellenausschuss wurde zweigeteilt: in einen Ausschuss der Schnittstelle Facharzt/Hausarzt und in einen Ausschuss Klinik/niedergelassener Facharzt. „Der SpiFa setzt sich für die Überwindung der Sektorengrenzen ein; dies spiegelt sich jetzt eindeutiger in den beiden Ausschüssen wieder, in dem wir explizit die klinisch tätigen Fachärzte ansprechen. Dies auch, weil in vielen unserer Mitgliedsverbänden niedergelassene und klinisch tätige Fachärzte organisiert sind. Die Berufsverbände sind in der Integration schon teils weiter fortgeschritten“, erläutert der SpiFa Hauptgeschäftsführer.

In dem Beitrag für „Der Urologe“ erläuterte Lindemann die Mechanismen des SpiFa. Zu den Grundsätzen des SpiFa zähle, dass die Mitgliedsverbände weiterhin selbstständig in Belangen der eigenen Fachgruppenpolitik und Organisation tätig und verantwortlich unterwegs sind. Der SpiFa stelle zudem auch keine Bühne für innerfachärztliche Zwistigkeiten dar, er achtet die Autonomie der Mitgliedsverbände in deren eigenen spezifischen Angelegenheiten und beschränkt sich auf die Vertretung der übergreifenden Verbandsinteressen, heute auch über die Sektorengrenzen hinweg. Lindemann ergänzend zu dem Beitrag: „Der SpiFa bietet interne Plattformen, in denen sich Fächer mit einem gemeinsamen Nenner thematisch abstimmen können, so dass im Hauptorgan des SpiFa, der Mitgliederversammlung, fachinterne Diskussionen nicht geführt werden müssen.“ Denn die Aufgabe des SpiFa sei es, fachübergreifende fachärztliche Positionen zu organisieren: „Und vor allem durchzusetzen. Dies gelingt nur, wenn die Mitglieder fachübergreifend zur Verständigung und zum Konsens bereit sind“, erläuterte Lindemann ergänzend zu den Ausführungen des Beitrags.

Mit?einer?Stimme?für?alle?Fachärzte?in?Praxis?und?Klinik?sprechen – denn aus den Erfahrungen der Vergangenheit habe sich das Prinzip der Fokussierung auf diesen gemeinsamen fachärztlichen Nenner zum Garant für eine reibungslose und weitestgehend störungsfreie innerverbandliche Zusammenarbeit entwickelt.

Mittlerer Weile habe der SpiFa eine Größe erreicht, die es den Fachärzten erlaube, nicht mehr nur kommentierend und mahnend auf politische Vorgaben zu reagieren, sondern eigene Forderungen zu formulieren und diese auch deutlich zur Geltung zu bringen, wie Lindemann in dem Beitrag schrieb.

Die Folgen des Agierens ohne Konsens sind bekannt: Die Politik habe die Interessengegensätze zwischen Klinik-, Haus- und Fachärzten zur Schwächung fachärztlicher Positionen genutzt. Die Projekte auch der großen Koalition sind dafür ein schlagendes Beispiel. Aber bereits jetzt ist die Veränderung durch den stärkeren SpiFa spürbar: Auf dem 1. Fachärztetag im Juni im Rahmen des Hauptstadtkongresses standen die führenden Politikerinnen und Politiker in der Gesundheitspolitik der Bundestagsfraktionen und der FDP, vertreten durch den schleswig-holsteinischen Gesundheitsminister a.D. Dr. Heiner Gerg, Rede und Antwort – unter ihnen die designierte Nachfolgerin von Jens Spahn als Sprecherin der CDU/CSU, Maria Michalk, und der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses Prof. Dr. Edgar Franke. „Die Politik wird in ihren politischen Überlegungen rasch den SpiFa als Stimme einbauen, mit der zu rechnen ist. Die Fachärztelandschaft wird ihre Vielstimmigkeit los“, so Lars F. Lindemann im Nachgang zum Beitrag in „Der Urologe“.