16.06.2020

SpiFa zur TI-Störung – Ärzte sollen Kosten bei Gematik geltend machen

Auch für den Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) ist klar: Die von der Störung der Telematik-Infrastruktur betroffenen Vertragsärzte dürfen nicht für die dadurch entstandenen Kosten aufkommen. Der Verband ruft seine Mitglieder auf, die Aufwendungen bei der zuständigen Betreibergesellschaft Gematik geltend zu machen.   

Für Heinrich offenbart die derzeitige Störung „eine Symptomatik des Auslieferns“ der niedergelassenen Ärzte an die TI.

Bis zu 80.000 Praxen von Ärzten, Psychotherapeuten und Zahnärzten sind seit zwei Wochen von der Telematik-Infrastruktur (TI) abgeschnitten und können kein Versicherten-Stammdaten-Management (VSDM) durchführen. Grund dafür ist ein nach wie vor nicht behobener Konfigurationsfehler in der TI.

Nach Ansicht von Dr. Dirk Heinrich offenbart die derzeitige Störung „eine Symptomatik des Auslieferns“ der niedergelassenen Ärzte an die TI. „Wir reden derzeit nur vom Verwaltungsmodul-Abgleich der Versicherten-Stammdaten. Ich mag mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, was in einem solchen Fall passiert, wenn wir das elektronische Rezept und die elektronische AU haben“, sagt der Spifa-Vorsitzende und betont: „Wir fordern daher die Gematik eindrücklich auf, sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen.“

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat bereits nach Gesprächen mit der Gematik und dem Bundesgesundheitsministerium klargestellt, dass für Praxisinhaber keine Nachteile als Folge der TI-Störung entstehen dürfen. Die betroffenen Ärzte sollten weder Regresse fürchten noch für die Kosten der Updates aufkommen müssen. Spifa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann nennt dies „eine Selbstverständlichkeit, die keiner weiteren Diskussion bedarf, vielmehr sollte sich die Gematik auf die Behebung der Störung konzentrieren“.

Der Spifa fordert seine Mitgliedsverbände sowie deren Mitgliedern auf, „die entstandenen Aufwendungen unter konkreter Bezifferung mit der Begründung, dass diese für die Behebung eines Fehlers in der IT-Infrastruktur aufgrund des nicht Funktionierens der Software entstanden sind, bei der Gematik geltend zu machen“.

12.06.2020, Autor: sk
Quelle: https://www.aend.de/article/206803