30.03.2019

Warum es vernünftige Rahmenbedingungen für Ärzte braucht

„Zum heutigen Tag des Arztes möchten wir allen Kolleginnen und Kollegen zunächst einmal unseren Dank für ihre tägliche Arbeit aussprechen“, sagte SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich am Samstag in Berlin. „Sie leisten, egal ob in Praxis oder Klinik, jeden Tag Großartiges, ohne Sie gebe es keine solch qualitativ hochwertige medizinische Versorgung, wie wir sie in Deutschland vorfinden.“ Der Arztberuf habe viele schöne Seiten: das Arbeiten mit den Patienten, das gute Gefühl, Menschen beim Gesundwerden zu helfen und das Wissen, in einem freien Beruf selbstbestimmt arbeiten zu können. „Das ist sinnstiftend“, sagt Heinrich, der selbst als niedergelassener HNO-Arzt in Hamburg praktiziert. Positiv sei zudem der medizinische Fortschritt, der immer wieder die Grundlage für neue Diagnosemöglichkeiten und Therapieansätze ist.

Gleichzeitig stehen Ärztinnen und Ärzte heute vor zahlreichen Herausforderungen. Zu ihnen zählen die Digitalisierung im Gesundheitswesen, der demografische Wandel und der zunehmende Ärztemangel. Laut der jüngsten Statistik der Bundesärztekammer waren im vergangenen Jahr bundesweit 392.402 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, das entspricht zwar einem Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber 2017. Allerdings steigt auch die Zahl der angestellten Ärzte im ambulanten Bereich, allein 2018 haben laut BÄK 40.000 Kolleginnen und Kollegen mehr als im Jahr zuvor angestellt gearbeitet, während die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte um 884 (Minus 0,7 Prozent) gesunken ist und derzeit bei 117.472 liegt.

Die insgesamt zur Verfügung stehende Arztzeit sinkt somit und wird von vielen Kolleginnen und Kollegen in den Praxen aufgefangen. Nicht wenige würden sich bereits im Ruhestand befinden, finden aber keine Nachfolger für ihre Arztpraxen und somit auch niemanden, in dessen Hände sie ihre Patienten geben können. Vor diesem Hintergrund sei es, so Heinrich, unerlässlich, vernünftige berufspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen, die für alle Ärztegenerationen optimal sind. Auf der Agenda sieht Heinrich die langfristige Entbudgetierung ärztlicher Leistungen, den Abbau von Bürokratie, das Schaffen einer zukunftsfähigen Kliniklandschaft, und nicht zuletzt einen mit der Politik gemeinsam zu gestaltenden Weg, die Digitalisierung umzusetzen.