01.03.2021

TSVG-Nachbesserung – SpiFa warnt vor Bereinigung der MGV über das nächste Spahn-Gesetz

Muss die Bereinigung der Gesamtvergütung wegen der TSVG-Fälle nachgebessert werden? Die Bundesregierung hat das vor, der SpiFa sieht das äußerst kritisch.

Berlin. Die Auswirkungen des Terminservice- und Versorgungsgesetztes (TSVG) auf das vertragsärztliche Honorar sind weiter strittig. Angesichts der 1. Lesung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) im Bundestag hat der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) davor gewarnt, die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV), nach der Bereinigung, wie sie im TSVG bisher vorgesehen ist, einem Korrekturverfahren zu unterwerfen.

„Es besteht keinerlei Anlass für eine zusätzliche Bereinigung der MGV. Bereits nach der bestehenden Rechtslage ist davon auszugehen, dass es in spätestens zwei Jahren coronabedingt zu erheblichen Honorarrückgängen allein durch die Systematik kommen wird, obwohl es eine Veränderung der Morbidität in der Bevölkerung nicht gegeben hat“, wird Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa, in einer Mitteilung des Verbandes zitiert.

TSVG-Fälle doppelt zu bezahlen?

Hintergrund ist, dass der Gesetzgeber ein weitergehendes Korrekturverfahren zur Bereinigung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) aus dem TSVG festschreiben will. Dabei geht es um die extrabudgetär zu vergütenden sogenannten TSVG-Fälle, etwa für schnell vergebene Termine auf Vermittlung der Terminservicestellen (TSS) oder bei einer schnellen Vergabe eines durch einen Hausarzt vermittelten Termins.

Vor allem die Krankenkassen fürchten, dass die TSS-Leistungen zunächst nicht korrekt bezeichnet worden sein könnten – und dass sie deshalb in Zukunft doppelt zahlen müssten.

SpiFa: Pandemie sorgt ohnehin für zu hohe Bereinigung

„Der SpiFa sieht keine Anhaltspunkte für eine Unterbereinigung aufgrund der Corona-Pandemie. Wir lehnen eine Vorfestlegung auf eine bestehende Notwendigkeit eines zusätzlichen Korrekturbedarfs auf alle Leistungen deutlich ab“, beschreibt Lindemann das Anliegen des SpiFa.

Zudem, so der SpiFa weiter, könnten zu erwartende Nachholeffekte bis Juni 2022, die aus einer pandemiebedingt geringeren Gesamtinanspruchnahme ärztlicher Leistungen, insbesondere in den Quartalen II bis IV des vergangenen Jahres, ohnehin zu einer Überbereinigung führen. (ger)

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/SpiFa-warnt-vor-Bereinigung-der-MGV-ueber-das-naechste-Spahn-Gesetz-417503.html?utm_term=2021-03-01&utm_source=Update&utm_medium=email&tid=TIDP774344XE1CBA5DF685845F289DA441909A2D8C6YI4&utm_campaign=AEZ_NL_NEWSLETTER&utm_content=Ihr%20%c3%84rzte%20Zeitung-Newsletter%20vom%20[rundate]