17.04.2019

Verbessern heißt verändern!

Im Rahmen des 5. SpiFa-Fachärztetages 2019 hat das Bündnis Junge Ärzte (BJÄ) den SpiFa-Fachkongress mit dem Thema „Patientenversorgung – Wofür brauchen wir künstliche Intelligenz, wofür nicht?“ bereichert und über nachfolgende Kernpunkte des Bündnisses mit den Gästen gestritten und diskutiert.

„Kernforderungen des Bündnis Junge Ärzte zum Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Auch heute schon bietet eine gute IT-Infrastruktur sowie eine konsequente digitale Verfügbarkeit von Patientendaten und wissenschaftlichen Erkenntnissen ein großes Potential den klinischen Alltag effizienter zu gestalten und die Versorgungsqualität unserer Patienten zu verbessern. Unsere alltägliche Wahrnehmung ist jedoch, dass dieses Potential von Ärztinnen und Ärzten nicht ausgeschöpft werden kann: Unzureichende Hardware mit veralteten IT-Systemen, Kupfer- statt Glasfaserkabeln und die fehlende personelle Ausstattung der IT-Abteilungen sind in unseren Krankenhäusern mehr Regel als Ausnahme. Aktuell ist das Verhalten der Politik – und nicht das der Ärzte – der Hemmschuh in puncto Digitalisierung. Das Bündnis Junge Ärzte fordert deshalb die Politik auf, ihrer Investitionsverpflichtung nachzukommen, damit schon längst mögliche Innovationen in den klinischen Alltag Einzug nehmen.

Aufbauend auf einer modernen IT-Infrastruktur wünschen wir uns, dass zukünftig Applikationen, die auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhen, unseren Alltag erleichtern. KI kann uns in unserem Alltag darin unterstützen, den wachsenden Dokumentationsansprüchen effizient gerecht zu werden oder zu leistende Routinearbeit sinnvoll zu klassifizieren, um dringliche Befunde priorisiert zu bearbeiten. Der demographische Wandel in Deutschland sowie die zunehmende Komplexität der Medizin, aber auch die zunehmend eingeschränkte fachärztliche Versorgung ländlicher Regionen macht Wandel notwendig. Hier kann KI-unterstützte Beratung die Patientenversorgung verbessern und Distanzen überwinden. Wir sind offen für diesen Wandel und werden ihn aktiv mitgestalten.

Klar ist aber auch, dass dieser Wandel seine Kehrseiten hat. Es darf nicht dazu kommen, dass vermeintlich sinnvolle Applikationen vornehmlich dem monetären Interesse von Investoren und nicht dem Interesse unserer Patienten dienen.  Wir  bestehen darauf, dass nur Applikationen Einzug in die Versorgung nehmen, die der Versorgungssicherung bzw. der Versorgungsqualität unserer Patienten dienen. Zudem muss darauf geachtet werden, dass medizinische Entscheidungen nachvollziehbar und transparent bleiben, um die hohe Akzeptanz unseres Gesundheitswesens in der Bevölkerung nicht zu gefährden. Nur so bleiben medizinische Entscheidungen verantwortbar und auch justiziabel.

Um den Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte gerecht zu werden, brauchen wir digitale Unterstützung und strukturelle Veränderungen! Der Arbeitsalltag der Ärzte wird und muss sich verändern, der Anspruch der Patienten nach fachlich korrektem Handeln, aber auch einfühlsamer und persönlicher Aufklärung und Beratung bleibt aber bestehen.

Diese Entwicklung muss somit der Emotionalität der Patientinnen und Patienten gerecht werden und darf diese nicht verdrängen. Das Arzt-Patienten-Verhältnis muss auch in Zukunft das Rückgrat des deutschen Gesundheitswesen bleiben.

Impressionen zum 5. SpiFa-Fachärztetag 2019 finden Sie unter www.fachärztetag.de