18.02.2021

Virchowbund – „Wer Impfstoff schlechtredet, ist mitschuldig an weiteren Coronatoten“

Der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich, teilt aus: Wer den Astreazeneca-Impfstoff schlechtrede, mache sich mitschuldig, wenn weiter Menschen an Covid-19 sterben würden. Zuvor hatte der Vorsitzende des Weltärztebundes die Wirkung dieses Impfstoffs kritisiert.

Der Impfstoff von Astrazeneca sei wie die anderen derzeit zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Biontech ein elementarer Baustein zum Weg aus der Pandemie, diese Meinung würden auch „alle seriösen Virologen in Deutschland“ vertreten. „Wer aus Gründen des Populismus und der Selbstdarstellung den Impfstoff von Astrazeneca schlechtredet, indem er die Wirksamkeit anzweifelt und medizinischem Personal von einer Impfung abrät, macht sich mitschuldig daran, wenn der Lockdown länger dauert als nötig und gerade die älteren Menschen weiter an Covid-19 sterben“, so Heinrich am Mittwoch in einer Mitteilung. Der Virologe Prof. Christian Drosten hatte ebenfalls am Mittwoch den Impfstoff von Astrazeneca verteidigt. Die grundsätzlichen Bedenken gegen ihn seien unbegründet und ein breiten Einsatz des Präparats empfehlenswert.

Heinrich schreibt weiter: „Ehemalige Ärztevertreter, zumal wenn sie in Deutschland nicht mehr in Amt und Würden stehen und die vergangenen Jahre weder selbst geimpft noch einen Patienten persönlich behandelt haben, und die weder Virologen noch Epidemiologen sind, diskreditieren sich selbst. Aber viel schlimmer ist: Sie torpedieren die Arbeit aller ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, die sich derzeit dem Kampf gegen die Pandemie stellen.“ Diese Kritik geht wohl in Richtung des Vorsitzenden des Weltärztebundes, Prof. Frank Ulrich Montgomery. Er hatte gestern in einem Pressegespräch davon abgeraten, dass sich medizinisches Personal und Pflegekräfte mit dem Astrazeneca-Impfstoff impfen lassen.

Jeder unter 65-Jährige, der nicht mit Astrazeneca geimpft werde, nehme einem Über-80-Jährigen derzeit den Impfstoff von Biontech oder Moderna weg. „Weil diese dadurch ein höheres Sterberisiko haben, wird damit billigend in Kauf genommen, dass Über-80-Jährige nach Infektionen durch das Coronavirus vermehrt sterben.“

Eine höhere Nebenwirkungsrate bei Astrazeneca sei durch die stärkere Immunantwort in der geimpften Altersgruppe der bis zu 65-Jährigen erklärbar. Zudem sei diese Altersgruppe noch vorwiegend berufstätig und melde sich daher auch eher krank als ältere. „Dieser Impfstoff ist jedoch wirksam und in jedem Fall besser als gar kein Impfstoff.“ Außerdem werde er derzeit in Großbritannien in hohen Mengen erfolgreich verimpft.

Spifa schreibt an Weltärztebund

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (Spifa), dessen Vorsitzender Heinrich ebenfalls ist, hat sich darüber hinaus mit einem Beschwerdeschreiben, das dem änd vorliegt, direkt an den Weltärztebund gewandt: Es sei „seit jeher ein ungeschriebenes Gesetz, dass die ärztlichen Funktionsträger auf der Ebene des Weltärztebundes sich nicht in die nationalen Angelegenheiten einmischen“, heißt es dort. Dennoch stelle man „immer wieder“ fest, dass sich der Präsident des Weltärztebundes zu nationalen gesundheitspolitischen Fragen äußere – „und zwar in einer sich negativ auf die deutsche verfasste Ärzteschaft auswirkende Art und Weise“.

„Mehr noch“, heißt es weiter, „Herr Professor Frank Ulrich Montgomery lässt leider bei der Nutzung einer jeden sich ihm bietenden Gelegenheit öffentlicher Auftritte in Deutschland auch nicht erkennen, dass er mit seinen Einlassungen beabsichtigt, der ihm mit seiner Funktion im Weltärztebund übertragene Verantwortung für alle Ärztinnen und Ärzte auf der Welt gerecht werden zu wollen.“

Der Spifa sei „sehr in Sorge“ um die Reputation des Weltärztebundes und fordere ausdrücklich das Maß an Zurückhaltung wie zuvor.

Quelle: https://www.aend.de/article/210547