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	<title>Primärarztsystem Archive - SpiFa e.V.</title>
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	<description>Die Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands.</description>
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	<title>Primärarztsystem Archive - SpiFa e.V.</title>
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		<title>„SpiFa-Hauptgeschäftsführer plädiert für GOÄ-Rechnung statt „All-Inklusive-Aufschlag” Hauptgeschäftsführer des SpiFa Dr. André Byrla im änd</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Zschommler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2025 09:51:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. André Byrla]]></category>
		<category><![CDATA[GOÄ]]></category>
		<category><![CDATA[Primärarztsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein gesonderter Facharzttarif, mit dem sich GKV-Versicherte für 200 bis 350 Euro im Jahr den direkten Zugang zum Facharzt erhalten können – der Vorschlag vom Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, machte in dieser Woche Schlagzeilen. Für Irritation sorgte der Vorstoß allerdings beim Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa).</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/spifa-hauptgeschaeftsfuehrer-plaediert-fuer-goae-rechnung-statt-all-inklusive-aufschlag/">„SpiFa-Hauptgeschäftsführer plädiert für GOÄ-Rechnung statt „All-Inklusive-Aufschlag” Hauptgeschäftsführer des SpiFa Dr. André Byrla im änd</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Byrla: &#8222;Geld für Leistung. So funktioniert auch Steuerung.&#8220;<br><br>Der Hauptgeschäftsführer des SpiFa, Dr. André Byrla, hält den Vorschlag der KBV für kaum nachvollziehbar. Im Gespräch mit dem änd plädiert er dafür, dass gegenüber den gesetzlich Versicherten im Primärarztsystem die fachärztlichen Leistungen unmittelbar nach GOÄ abgerechnet werden, statt die „Vollkaskomentalität“ mit „All-Inclusive-Aufschlägen“ noch weiter zu befördern.<br><br>“In einem Primärarztsystem, in dem bis auf wenige Ausnahmen für bestimmte Fachgruppen und Leistungen, der Weg zu den vertragsärztlich tätigen Fachärztinnen und Fachärztinnen und ihren fachärztlichen Leistungen nur auf hausärztliche Überweisungen gehen soll, ist der Leistungsanspruch der GKV-Versicherten gegenüber dem heutigen Leistungsanspruch reduziert. Aus vertragsarzrechtlicher Sicht wäre es deshalb konsequent und ordnungspolitisch richtig, den unmittelbaren Zugang der gesetzlich Versicherten zu den fachärztlichen Leistungen als Selbstzahlerleistung gesetzlich auszugestalten und damit auch die Abrechnung nach der GOÄ zu ermöglichen“, betont Byrla. Das sei gegenüber allen Seiten einfach, fair und transparent. „Denn es bedeutet: Geld für Leistung. So funktioniert auch Steuerung.“<br><br>Die heutige „Facharzt-Flatrate“ mit einem All-Inclusive-Aufschlag aufzuhübschen, löse keine der bestehenden Herausforderungen, sondern befördere die in Teilen der GKV-Versichertenschaft bestehende Vollkaskomentalität weiter. „Die Leidtragenden daraus wären am Ende aber die Fachärztinnen und Fachärzte, denen kein einziger Cent solcher Aufschläge zu Gute kommen wird.“<br><br><strong>Quelle:</strong> änd Ärztenachrichtendienst Verlags-AG, 30.09.2025<br><br><strong><a href="https://www.aend.de/article/236923" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zum Artikel</a></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/spifa-hauptgeschaeftsfuehrer-plaediert-fuer-goae-rechnung-statt-all-inklusive-aufschlag/">„SpiFa-Hauptgeschäftsführer plädiert für GOÄ-Rechnung statt „All-Inklusive-Aufschlag” Hauptgeschäftsführer des SpiFa Dr. André Byrla im änd</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
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		<title>Ohne aktive Patientenbeteiligung ist jedes Primärarztsystem zum Scheitern verurteilt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Zschommler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2025 07:49:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. med. Dirk Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Patientenbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Patientensteuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Primärarztsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) warnt vor der Vorstellung, ein Primärarztsystem könne allein durch gesetzliche Regelungen oder organisatorische Vorgaben zum Erfolg geführt werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/illusion-primaerarztmodell-ohne-patientenbeteiligung/">Ohne aktive Patientenbeteiligung ist jedes Primärarztsystem zum Scheitern verurteilt</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">„Jedes Modell der Patientensteuerung steht und fällt mit der aktiven Mitwirkung der Patientinnen und Patienten. Ohne Akzeptanz und Verantwortungsübernahme funktioniert keine Steuerung – und schon gar nicht in der Realität unserer Praxen“, erklärt Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa.<br><br>Viele Facharztpraxen berichten zunehmend, dass Patientinnen und Patienten vereinbarte Termine nicht wahrnehmen, aber auch nicht absagen. Das ist nicht nur wegen des Verdienstausfalles für die Praxis ärgerlich, sondern gereicht insbesondere anderen Patientinnen und Patienten zum Nachteil, die auf einen dringend benötigten Termin warten oder lange Wege in Kauf nehmen müssen.<br><br>Im Rahmen der politischen Absichten, ein verbindliches Primärarztsystem einzuführen, fordert der SpiFa deshalb, dass Praxen rechtlich die Möglichkeit eingeräumt wird, bei unentschuldigtem Nichterscheinen angemessene Ausfallgebühren zu erheben.<br><br>„Es ist Zeit, in die Unverbindlichkeitsmentalität vieler Patientinnen und Patienten einzugreifen und sie an ihre eigene Verantwortung in einem solidarischen Gesundheitssystem zu erinnern. Dies ist gerade im Rahmen des geplanten Primärarztmodells wichtig, denn ohne Termintreue bricht jede Koordinationslogik zusammen“, so Heinrich weiter.<br><br>Es bedürfe dazu auch der bewussten Entscheidung der Versicherten, den gewählten Primärarzt bzw. die gewählte Primärärztin als zentrale Steuerungsstelle anzuerkennen – und damit verbunden auch die Bereitschaft, sich an vereinbarte Abläufe zu halten. Zudem müsse für Patientinnen und Patienten transparent geregelt sein, wie sie im Ausnahmefall auch direkt einen Facharzttermin wahrnehmen können – beispielsweise bei planbaren Leistungen, die sie eigenständig und auf Selbstzahlerbasis in Anspruch nehmen möchten.<br><br>„Patientensteuerung kann nur gelingen, wenn beide Seiten Verantwortung übernehmen: Ärztinnen und Ärzte durch gute Koordination, Patientinnen und Patienten durch Mitmachen und Termintreue. Wer das ignoriert, baut ein System auf dem Papier, das einem Praxistest nicht standhält.“, so Heinrich abschließend.<br><br>Pressemitteilung herunterladen: <a href="https://spifa.de/wp-content/uploads/2025/08/2025-08-22-PM-Illusion-Primaerarztmodell-ohne-Patientenbeteiligung.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Illusion Primärarztmodell ohne Patientenbeteiligung</a><br><br><br><br></p>
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		<title>Primärarztdiskussion – SpiFa: „In Deutschland stellen die Fachärztinnen und Fachärzte die Diagnosen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Zschommler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jul 2025 11:23:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. med. Dirk Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Entbudgetierung]]></category>
		<category><![CDATA[HzV]]></category>
		<category><![CDATA[Primärarztsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) weist in der anhaltenden Primärarztdiskussion darauf hin, dass die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte den weit überwiegenden Teil der Diagnosen stellen und damit zielgerichtete und effektive Patientenversorgung überhaupt erst ermöglichen. Für den SpiFa machen Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung überhaupt nur mit angeschlossenen Facharztverträgen Sinn, wie Baden-Württemberg zeigt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/primaerarztsystem-und-hzv/">Primärarztdiskussion – SpiFa: „In Deutschland stellen die Fachärztinnen und Fachärzte die Diagnosen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) nimmt Anstoß an der Art und Weise der Diskussion um ein Primärarztsystem in Deutschland von Teilen der Ärzteschaft.<br><br>Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa, erklärt dazu:<br><br>„In Deutschland stellen die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte den weit überwiegenden Anteil der Diagnosen und ermöglichen so überhaupt erst eine gezielte und effektive Patientenbehandlung. Damit dies auch weiterhin zum Wohle von Patientinnen und Patienten möglich ist, bedarf es eines klugen und ausgewogenen arbeitsteiligen Verhältnisses zwischen Hausärztinnen und Hausärzten einerseits und Fachärztinnen und Fachärzten andererseits. Ein plumpes hausarztzentriertes Primärarztsystem wird dem sicherlich nicht gerecht. Dies zeigt die anhaltende Diskussion über Terminservicestellen, Hausarztvermittlungsfälle, Dringlichkeit, Überweisungen und offene Sprechstunden. Deutlich wird damit aber auch, wie fatal es ist, dass der frühere Bundesminister Karl Lauterbach die Neupatientenregelung gestrichen hat. Mit dieser Regelung war es Facharztpraxen und Patienten möglich, rasch bei neu aufgetretenen Erkrankungen Termine zu vereinbaren. Kern dieser Regelung war die Entbudgetierung der fachärztlichen Leistungen in diesen Fällen.“<br><br>Für den SpiFa ist damit auch das Kernproblem benannt.<br><br>„Die fortgesetzte, ungerechte und mittlerweile völlig unbegründete Budgetierung der fachärztlichen Leistungen in den Facharztpraxen führt nicht nur zu wenig Terminmöglichkeiten, sondern schränkt auch die Diagnostik zum Nachteil der Patienten ein. In einem wie auch immer gearteten Primärarztsystem müssen sowohl die von Hausärzten überwiesenen Patienten als auch die chronisch erkrankten, von Fachärzten behandelten Patienten entbudgetiert werden, sonst droht die Privatisierung der Facharztversorgung. Damit wäre eine Zwei-Klassen-Medizin eingeführt“, so der SpiFa-Vorsitzende Heinrich weiter.<br><br>Der SpiFa appelliert dringend an alle Beteiligten der Ärzteschaft, sich an einem Runden Tisch einzufinden und zu vernünftigen Lösungen zu kommen, denn „das ständige Beharren auf Teilaspekten zum eigenen Vorteil führt nicht zum Ziel“, erklärt Heinrich.<br><br>Der SpiFa stellt zudem fest, dass die Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) einen spürbaren Mehrwert für die Patientenversorgung nur dann haben, wenn sie mit Facharztverträgen kombiniert sind.<br><br>Dazu erklärt der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Dirk Heinrich:<br><br>„Der Erfolg der HzV in Baden-Württemberg basiert nachweislich auf der Verknüpfung der HzV mit Facharztverträgen. Dort ist ein Mehrwert für die Patientenversorgung feststellbar. Deshalb macht die HzV bundesweit nur mit ergänzenden Verträgen der einzelnen Facharztgruppen Sinn.“<br><br>Pressemitteilung herunterladen: <a href="https://spifa.de/wp-content/uploads/2025/07/2025-07-22-SpiFa-PM-Primaerarztsystem-HzV.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PM Primärarztsystem &amp; HzV</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/primaerarztsystem-und-hzv/">Primärarztdiskussion – SpiFa: „In Deutschland stellen die Fachärztinnen und Fachärzte die Diagnosen“</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
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		<title>Primärarzt-Debatte &#8211; SpiFa zieht rote Linie für die Fachärzteschaft</title>
		<link>https://spifa.de/primaerarzt-debatte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Zschommler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jul 2025 08:58:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. med. Dirk Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Henniger]]></category>
		<category><![CDATA[Patientensteurung]]></category>
		<category><![CDATA[Primärarztsystem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund des Koalitionsvertrages von CDU, CSU und SPD wird die Einführung eines Primärarztsystems in Deutschland kontrovers diskutiert. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) macht deutlich, dass ein verpflichtendes hausärztliches Gatekeeping bei allen Patientinnen und Patienten mit der Fachärzteschaft genau so wenig zu machen ist, wie die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Regelversorgung. Der SpiFa plädiert für eine bedarfsgerechtere Patientenversorgung und für eine gut strukturierte Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten im Sinne der Patientinnen und Patienten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/primaerarzt-debatte/">Primärarzt-Debatte &#8211; SpiFa zieht rote Linie für die Fachärzteschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Das Gesundheitswesen steht vor der Herausforderung, knappe Ressourcen besser einzusetzen. Es muss darum gehen, Patientinnen und Patienten auf Anhieb die medizinische Versorgung zukommen zu lassen, die sie aus medizinischen Gründen benötigen und unnötige Arzt-Patienten-Kontakte sowie teure Krankenhausbehandlungen zu vermeiden. Ein plumpes hausärztliches Gatekeeping ist hierfür ungeeignet.<br><br>Dazu erklärt der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Dirk Heinrich:<br><br>„Niemand braucht in unserem Gesundheitssystem Hausärzte als Türsteher für den Zugang zu Prävention, Vorsorge, notwendiger Diagnostik und Behandlung. Das werden unsere Patientinnen und Patienten nicht akzeptieren. Es ist deswegen nicht schlau, Zugangshürden für Vorsorge und Prävention und eine bedarfsgerechte Versorgung aufzubauen. Haus- und Fachärzte müssen künftig strukturierter und besser zusammenarbeiten. Das muss das Ziel einer Reform sein. Patientengruppen, die regelhaft fachärztlich versorgt werden, beispielsweise wegen einer chronischen Erkrankung, sollten nicht auf eine hausärztliche Überweisung angewiesen sein. Das ist bürokratische und teure Förmelei, die zusätzlich kostenträchtige und unnötige Arzt-Patienten-Kontakte erzeugt, statt abzubauen. Hausärzte sollen mit den niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten gemeinsam dafür sorgen, dass Patienten nur im Krankenhaus behandelt werden, wenn sie eine Krankenhausbehandlung wirklich benötigen.”<br><br>Auch mit Blick auf die Akut- und Notfallversorgung hält der SpiFa ein hausärztliches Gatekeeping für einen fatalen Vorschlag.<br><br>Dazu erklärt SpiFa-Vorstandsmitglied Jan Henniger:<br><br>„Patienten mit gebrochenen und verstauchten Armen und Beinen haben weder etwas in der Hausarztpraxis noch in den Notaufnahmen zu suchen. Gerade in den Wintermonaten würde der Weg über die Hausarztpraxen für gestürzte Patienten doch dazu führen, dass die Patienten zur Überweisung gleich noch das Grippevirus aus dem Wartezimmer dazu bekommen. Das kann doch keiner ernsthaft wollen. Deshalb muss es direkt in die chirurgische oder orthopädische Praxis gehen.”<br><br>Der SpiFa stört sich zudem an dem Vorschlag, die Krankenhäuser für die ambulante Regelversorgung zu öffnen, beispielsweise wenn Patientinnen und Patienten nicht schnell genug Termine bekommen. <br><br>“Politik muss endlich den Mut zu echten Strukturreformen aufbringen. Die Öffnung einer weiteren Schleuse, die es Krankenhäusern ermöglicht, ihre stationäre Bettenauslastung zu steuern und Patienten unnötig stationär zu behandeln, hat mit bedarfsgerechter Versorgung nichts zu tun. Das ist das Gegenteil einer Strukturreform. Wer eine gute ambulante Versorgung und schnelle Termine sicherstellen will, muss die ambulante Versorgung durch niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte stärken, statt diese immer weiter zu schwächen. Hierzu ist in erster Linie die vollständige Abschaffung der mittlerweile völlig überflüssigen und aus dem Ruder gelaufenen Budgets dringend erforderlich. Bereits mit Blick auf die Notfallreform kann die Politik zeigen, ob sie den Mut zu Strukturreform aufbringen kann und die bettenauslastungsorientierten Krankenhauseinweisungen über die Notaufnahmen endlich beenden“, erklärt Dr. med. Dirk Heinrich weiter.<br><br>Pressemitteilung herunterladen: <a href="https://spifa.de/wp-content/uploads/2025/07/2025-07-04-SpiFa_PM_Primaerarzt-Debatte.pdf">SpiFa_PM_Primärarzt-Debatte</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/primaerarzt-debatte/">Primärarzt-Debatte &#8211; SpiFa zieht rote Linie für die Fachärzteschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
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		<title>SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich im Interview: „Für die Verbände wird das eine richtig große Veränderung“</title>
		<link>https://spifa.de/spifa-vorstandsvorsitzender-dr-dirk-heinrich-im-aend/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anna Zschommler]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 13:19:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[116117]]></category>
		<category><![CDATA[Bedarfsplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. med. Dirk Heinrich]]></category>
		<category><![CDATA[Entbudgetierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hybrid-DRG]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsverhandlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Patientensteuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Primärarztsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Selektivverträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Fachärzteschaft steht vor einem großen Umbruch: Setzen Union und SPD ihre Pläne für ein verpflichtendes Primärarztsystem nun zügig um, stellt sich die Frage, wie die Facharztpraxen effektiv<br />
das Steuerungssystem integriert werden könnten. Explodiert die Zahl der Facharztverträge im HzVSystem?<br />
Wie sollen chronisch Kranke gesteuert werden? Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hält es für geboten, sich für eine arbeitsreiche Zukunft neu aufzustellen. Der änd sprach mit dem Vorsitzenden Dr. Dirk Heinrich.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://spifa.de/spifa-vorstandsvorsitzender-dr-dirk-heinrich-im-aend/">SpiFa-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Heinrich im Interview: „Für die Verbände wird das eine richtig große Veränderung“</a> erschien zuerst auf <a href="https://spifa.de">SpiFa e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Herr Dr. Heinrich, lange ist über das Thema Patientensteuerung gesprochen worden – jetzt wollen Union und SPD offenbar den Schalter umlegen. Im Einigungspapier der AG Gesundheit heißt es, dass ein „Primärarztsystem bei freier Arztwahl durch Haus- und Kinderärzte in der HzV und im Kollektivvertrag eingeführt werden soll. Wie stehen die Fachärzte dazu?</strong><br><br>Aussagen zu dem Papier kann man natürlich erst einmal nur unter Vorbehalt machen – wir reden ja noch nicht über einen Koalitionsvertrag. Aber es ist eine interessante Entwicklung. Die Fachärzteschaft stand einem Primärarztsystem ja lange Zeit skeptisch oder sogar ablehnend gegenüber. Das hat sich aber mit der Veränderung der Rahmenbedingungen über die Jahre geändert: Die Fachärzte sind weniger geworden und wir stehen unter einem erheblichen Termindruck. Wir sehen immer mehr Patienten, die durch nicht gesteuerte Inanspruchnahme das System stark belasten. Deshalb hat die Fachärzteschaft ja auch schon vor dem jetzt diskutierten Papier deutlich gesagt: Wir müssen eine Patientensteuerung haben. Aber dass das jetzt so flott kommen soll – mit einem verpflichtenden Primärarztsystem im Kollektivvertrag und der HZV – damit hatte vermutlich kaum ein Beobachter gerechnet.<br><br><strong>Mir fehlt auch ein wenig die Fantasie, wie das in HZV und Kollektivvertrag zeitgleich immer friedlich nebeneinander herlaufen soll.</strong><br><br>Da liegt sicher der Teufel im Detail. Man muss sich jetzt sehr viele Gedanken machen: Wie gestaltet man die Steuerung im Kollektivvertrag und wie in der HZV? Klar ist, dass auch eine gewisse Steuerung und Koordination über Fachärzte erfolgen muss, weil sonst die Hausärzte überfordert wären. Das ZI hat ja bereits mit Zahlen untermauert, welche Dimensionen eine plötzliche Überflutung der Hausarztpraxen annehmen würde. Es muss also eine intelligente Aufteilung und ein intelligentes Miteinander geben. Wir reden ja auch von Systemen, die in gewisser Weise im Wettbewerb miteinander stehen. <br>Wir lesen das Papier so, dass sich der Patient entweder in die HzV einschreiben muss – die dann mit entsprechenden Facharztverträgen erweitert werden muss – oder im Kollektivvertrag beim Hausarzt seinen Haken macht. Es muss in beiden Fällen sichergestellt sein, dass wir Fachärzte die Patienten, die an einer chronischen Erkrankung leiden, auch ohne Überweisung behandeln dürfen. Das kann man sehr gut über die Diagnosen und ICD-Codes regeln. Da kommt dann jetzt auch die elektronische Gesundheitsakte ins Spiel und könnte eine wichtige Rolle spielen.<br><br><strong>Weil sie was leistet?</strong><br><br>Weil sie dem Patienten anzeigen kann: Du bist jetzt beim Hausarzt X eingeschrieben, kannst aber auch ohne Überweisung den Diabetologen Y oder den Orthopäden Z aufsuchen, weil Du die entsprechende Erkrankung hast. Über die ePA wissen dann auch die Haus- und Fachärzte, was Sache ist.<br><br><strong>Und bei Erkrankungen, die vielleicht schwerer sind, aber nur eine zeitlich begrenzte Behandlung erfordern? Nehmen wir einmal eine Nachbehandlung nach einem Kreuzbandriss…</strong><br><br>…bei dem ebenso in der ePA durch den Hausarzt oder die Klinik vermerkt ist, dass er bei dieser episodenhaften Erkrankung über einen bestimmten Zeitraum – zum Beispiel sechs oder zwölf Monate, also zeitlich begrenzt zum Orthopäden gehen kann, ohne dafür eine erneute Überweisung zu benötigen. Erst dann geht es wieder verpflichtend zuerst zum Hausarzt. Das könnte man sehr gut regeln. Ansonsten muss es natürlich Ziel sein, die ungerechtfertigt in den Facharztpraxen aufschlagende Laufkundschaft mit leichten oder Bagatellerkrankungen davon abzuhalten, die Behandlungswege bei den Spezialisten zu verstopfen.<br><br><strong>Kommen wir einmal zum Thema Termine: Im Papier heißt es, dass „Primärärzte oder die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebene 116117 den medizinisch notwendigen Bedarf für einen Facharzttermin“ feststellen und den dafür notwendigen Zeitkorridor festlegen sollen. Kann die KV nicht liefern, sollen die Klinken den Fall ambulant übernehmen dürfen…</strong><br><br>…was die Kliniken gar nicht leisten könnten. Die Debatte darüber ist ja nicht neu. Grundsätzlich ist es doch auch so: Wenn ein intelligentes Steuerungssystem wie beschrieben umgesetzt wird, ist ja die fachärztliche Behandlungsnotwendigkeit ja vom Hausarzt oder einem anderen Ersteinschätzungssystem vorher festgestellt worden. Daher wird es gar nicht nötig sein, das Nichtvorhandensein von Terminen mit Sanktionen zu belegen Sind wir von den Bagatellfällen entlastet, wird es in der Regel dazu kommen, dass die Patienten in vier Wochen ihren Termin haben, weil genug Termine zur Verfügung stehen.<br><br>Der nächste Schritt wäre ja dann sogar, dass sich alle Patienten wie beim Fliegen einmal in das System online einchecken und dann eine SmED-Analyse durchlaufen. Dann könnte direkt die Rückmeldung erfolgen, ob de Notarzt eingeschaltet ist, ob ein Facharzttermin erforderlich wird – der dann auch direkt vermittelt wird – oder der Hausarzt erst einmal abklären soll, was Sache ist. Das System könnte den Patienten intelligent steuern u die Termine gleich mit vergeben. Aber das ist noch Zukunftsmusik, und wir sollten nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Letzten Endes wird es mit KI aber in diese Richtung gehen, denke ich.<br><br><strong>In dem Papier ist in Sachen Honorar auch von einer geplanten „Flexibilisierung des Quartalsbezugs“ die Rede. Für Fachärzte interessant?</strong><br><br>Es kann durchaus Sinn machen, wenn sich die Behandlung einer Krankheit über mehrere Monate hinzieht. A der anderen Seite sollten wir das System nicht gleich mit unzähligen Neuerungen überfrachten. Nötig ist vielmehr, dass wir nun rasch mit der Steuerung starten. Das geht in Teilen auch erst einmal mit dem alten Honorarsystem. Bei den Hausärzten macht das Nachdenken über Jahrespauschalen noch mehr Sinn – das sehen wir ja auch in der Debatte über die HZV.<br><br><strong>Dann noch ein Wort zur angekündigten Entbudgetierung der Fachärzte in unterversorgten Regionen. Das würde vermutlich nur einem kleinen Teil der Fachärzteschaft helfen, oder?</strong><br><br>Das ganze Kapitel der Budgetierung wäre in einem gesteuerten System ohnehin obsolet. Wenn ich ein verpflichtendes Steuerungssystem einführe, bei dem der Hausarzt oder später eine KI die Notwendigkeit einer fachärztlichen Behandlung eindeutig festgestellt hat, dann ist eine Budgetierung ja Unsinn. Es kann dann ja keine unangemessene Leistungsausweitung sein. Notwendige Untersuchungen müssen dann auch bezahlt werden. Also: Im gesteuerten System kann es keine Budgetierung mehr geben!<br><br>Unsinn ist auch der Vorschlag, mit Abzügen in Regionen zu arbeiten, die nach einem uralten Bedarfsplanungssystem als überversorgt gelten. Den Kolleginnen und Kollegen dort hat ein Zulassungsausschuss ja die Niederlassung genehmigt. Da kann man nicht hinterher sagen: Wir wussten nicht, dass es da zu viele Praxen gibt – jetzt ziehen wir Ihnen etwas ab. Das ginge in den Bereich der Enteignung und wäre rechtlich sicher auch nicht haltbar. In der jetzigen Stimmungslage der Ärzteschaft kein guter Vorschlag.<br><br><strong>Sie haben die Bedarfsplanung angesprochen. Die soll nun bei Bedarf noch kleinteiliger werden und die Länder sollen in den Zulassungsausschüssen eine ausschlaggebende Stimme bekommen. Ein guter Vorschlag?</strong><br><br>Wer schon einmal in einem Zulassungsausschuss gesessen hat, weiß: Da sind die gesetzlichen Vorgaben so detailliert gebaut, dass man kaum Spielraum für große Änderungen hat – auch mit einer angeblich „ausschlaggebenden Stimme“. Aber das ist auch nicht der Punkt: Eine andere Bedarfsplanung führt ja nicht zu mehr Ärzten. Ich kann in Hamburg im Stadtteil Horn vielleicht mit einer noch kleinräumigeren Planung eine Situation schaffen, bei der das System noch drei freie Hausarztsitze zusätzlich ausspuckt. Aber es gibt für die vorhandenen Sitze schon jetzt keine Bewerber. Das wäre also nur unnötige Excel-Tabellen-Akrobatik.<br><br><strong>Sind Sie euphorischer bei der angekündigten Ausweitung der Hybrid-DRG?</strong><br><br>Dass eine umfassende Erweiterung ins Auge gefasst wird, hat uns in der Tat gefreut. Wir müssen die Hybrid-DRG wirklich da einführen, wo sie möglich sind. Wir haben dazu ja auch genug Daten und Vorschläge vorgelegt. Die Sachkosten müssen noch raus und die zweite Rechtsverordnung, wo man das wieder auf den EBM zurückführt, muss wieder weg. Sonst ist das ja nicht attraktiv und es macht am Ende keiner. Aber wir haben hier ein Instrument, dass etwas bewegen und überflüssige Kapazitäten im Krankenhaussektor<br>abschaffen kann. Genau das sollte ja der logische Schritt vor einer großen Krankenhausreform sein.<br><br><strong>…die im Einigungspapier ja auch viel Aufmerksamkeit erhält – und vor allem viel Geld.</strong><br><br>Da haben sich vor allem die Länder mit der Forderung nach mehr Freiheiten und Flexibilität durchgesetzt. Die Krankenhausreform ist eine schwierige Reform, weil die Politik Angst hat, dass der Wutbürger um die Ecke kommt und ihnen Ärger macht. Das ist den Landräten unheimlich – aber da müssen sie durch.<br><br><strong>Zum Ende noch eine Frage zum SpiFa direkt: Wie werden die geplanten Änderungen – unter anderem bei der Patientensteuerung – intern diskutiert? Wie bereiten Sie sich auf die Zukunft vor?</strong><br><br>Natürlich haben wir uns die Pläne genau angeschaut und ihre Auswirkungen auch auf der Mitgliederversammlung intensiv diskutiert. Das bedeutet natürlich einen Umbruch für die Verbände. Union und SPD haben betont, dass chronisch Kranke auch durch den Facharzt gesteuert werden müssen. Wir benötigen also bundesweit eine HZV mit Facharztverträgen auf der einen Seite – und einen Kollektivvertrag mit einer intelligenten Steuerung zwischen Haus- und Facharztpraxen auf der anderen Seite. Das wollen wir als SpiFa<br>nicht nur begleiten, sondern auch Vorschläge machen und intensiv mitarbeiten, damit das zu einem Erfolg wird. Insbesondere bei der HzV mit Facharztverträgen wird der SpiFa diese Verträge verhandeln. Dazu muss sich der SpiFa neu aufstellen. Das wird enorm viel Arbeit machen, dazu ist der SpiFa aber bereit. Wir werden uns personell verstärken müssen. Zunächst gibt es sicher eine Einführungsphase, die vielleicht zwei Jahre dauert, bis alles implementiert ist. Dann muss gemonitort und weiterentwickelt werden. Das ist ja eine wirklich neue Entwicklung der Versorgung. Die Praxen müssen sich darauf einstellen und die Verbände müssen das für ihre Mitglieder begleiten. Bis alles rund läuft, sind vielleicht fünf Jahre vorbei. Daher muss sich auch an der Spitze des SpiFa ein Vorstandsvorsitzender finden, der diese Entwicklung über viele Jahre gestalten kann –idealerweise in einem Team aus drei oder vier Leuten. Ich bin jetzt in der Mitte meiner letzten und dritten Amtsperiode und stand über zehn Jahre an der Vorstandsspitze des SpiFa. Deshalb werden wir im Laufe dieses Jahres an der Spitze des Spifa folgerichtig eine Veränderung vornehmen. Ich werde weiterhin mit dabei sein aber nicht als Vorstandsvorsitzender. Letzten Endes geht es darum, einen Generationenwechsel einzuläuten.<br><br><strong>Herr Dr. Heinrich, lange ist über das Thema Patientensteuerung gesprochen worden – jetzt wollen Union und SPD offenbar den Schalter umlegen. Im Einigungspapier der AG Gesundheit heißt es, dass ein „Primärarztsystem bei freier Arztwahl durch Haus- und Kinderärzte in der HzV und im Kollektivvertrag eingeführt werden soll. Wie stehen die Fachärzte dazu?</strong><br><br>Aussagen zu dem Papier kann man natürlich erst einmal nur unter Vorbehalt machen – wir reden ja noch nicht über einen Koalitionsvertrag. Aber es ist eine interessante Entwicklung. Die Fachärzteschaft stand einem Primärarztsystem ja lange Zeit skeptisch oder sogar ablehnend gegenüber. Das hat sich aber mit der<br>Veränderung der Rahmenbedingungen über die Jahre geändert: Die Fachärzte sind weniger geworden und wir stehen unter einem erheblichen Termindruck. Wir sehen immer mehr Patienten, die durch nicht gesteuerte Inanspruchnahme das System stark belasten. Deshalb hat die Fachärzteschaft ja auch schon vor dem jetzt<br>diskutierten Papier deutlich gesagt: Wir müssen eine Patientensteuerung haben. Aber dass das jetzt so flott kommen soll – mit einem verpflichtenden Primärarztsystem im Kollektivvertrag und der HZV – damit hatte vermutlich kaum ein Beobachter gerechnet.<br><br><strong>Mir fehlt auch ein wenig die Fantasie, wie das in HZV und Kollektivvertrag zeitgleich immer friedlich<br>nebeneinander herlaufen soll.</strong><br><br>Da liegt sicher der Teufel im Detail. Man muss sich jetzt sehr viele Gedanken machen: Wie gestaltet man die Steuerung im Kollektivvertrag und wie in der HZV? Klar ist, dass auch eine gewisse Steuerung und Koordination über Fachärzte erfolgen muss, weil sonst die Hausärzte überfordert wären. Das ZI hat ja bereits mit Zahlen untermauert, welche Dimensionen eine plötzliche Überflutung der Hausarztpraxen annehmen würde. Es muss also eine intelligente Aufteilung und ein intelligentes Miteinander geben. Wir reden ja auch von Systemen, die in gewisser Weise im Wettbewerb miteinander stehen. <br>Wir lesen das Papier so, dass sich der Patient entweder in die HzV einschreiben muss – die dann mit entsprechenden Facharztverträgen erweitert werden muss – oder im Kollektivvertrag beim Hausarzt seinen Haken macht. Es muss in beiden Fällen sichergestellt sein, dass wir Fachärzte die Patienten, die an einer chronischen Erkrankung leiden, auch ohne Überweisung behandeln dürfen. Das kann man sehr gut über die Diagnosen und ICD-Codes regeln. Da kommt dann jetzt auch die elektronische Gesundheitsakte ins Spiel un könnte eine wichtige Rolle spielen.<br><br><strong>Weil sie was leistet?</strong><br><br>Weil sie dem Patienten anzeigen kann: Du bist jetzt beim Hausarzt X eingeschrieben, kannst aber auch ohne Überweisung den Diabetologen Y oder den Orthopäden Z aufsuchen, weil Du die entsprechende Erkrankung hast. Über die ePA wissen dann auch die Haus- und Fachärzte, was Sache ist.<br><br><strong>Und bei Erkrankungen, die vielleicht schwerer sind, aber nur eine zeitlich begrenzte Behandlung erfordern? Nehmen wir einmal eine Nachbehandlung nach einem Kreuzbandriss…</strong><br><br>…bei dem ebenso in der ePA durch den Hausarzt oder die Klinik vermerkt ist, dass er bei dieser episodenhaften Erkrankung über einen bestimmten Zeitraum – zum Beispiel sechs oder zwölf Monate, also zeitlich begrenzt zum Orthopäden gehen kann, ohne dafür eine erneute Überweisung zu benötigen. Erst dann geht es wieder<br>verpflichtend zuerst zum Hausarzt. Das könnte man sehr gut regeln. Ansonsten muss es natürlich Ziel sein, die ungerechtfertigt in den Facharztpraxen aufschlagende Laufkundschaft mit leichten oder Bagatellerkrankungen davon abzuhalten, die Behandlungswege bei den Spezialisten zu verstopfen.<br><br><strong>Kommen wir einmal zum Thema Termine: Im Papier heißt es, dass „Primärärzte oder die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebene 116117 den medizinisch notwendigen Bedarf für einen Facharzttermin“ feststellen und den dafür notwendigen Zeitkorridor festlegen sollen. Kann die KV nicht liefern, sollen die Klinken den Fall ambulant übernehmen dürfen…</strong><br><br>…was die Kliniken gar nicht leisten könnten. Die Debatte darüber ist ja nicht neu. Grundsätzlich ist es doch auch so: Wenn ein intelligentes Steuerungssystem wie beschrieben umgesetzt wird, ist ja die fachärztliche Behandlungsnotwendigkeit ja vom Hausarzt oder einem anderen Ersteinschätzungssystem vorher festgestellt worden. Daher wird es gar nicht nötig sein, das Nichtvorhandensein von Terminen mit Sanktionen zu belegen Sind wir von den Bagatellfällen entlastet, wird es in der Regel dazu kommen, dass die Patienten in vier Wochen ihren Termin haben, weil genug Termine zur Verfügung stehen.<br><br>Der nächste Schritt wäre ja dann sogar, dass sich alle Patienten wie beim Fliegen einmal in das System online einchecken und dann eine SmED-Analyse durchlaufen. Dann könnte direkt die Rückmeldung erfolgen, ob de Notarzt eingeschaltet ist, ob ein Facharzttermin erforderlich wird – der dann auch direkt vermittelt wird – oder<br>der Hausarzt erst einmal abklären soll, was Sache ist. Das System könnte den Patienten intelligent steuern u die Termine gleich mit vergeben. Aber das ist noch Zukunftsmusik, und wir sollten nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Letzten Endes wird es mit KI aber in diese Richtung gehen, denke ich.<br><br><strong>In dem Papier ist in Sachen Honorar auch von einer geplanten „Flexibilisierung des Quartalsbezugs“ die Rede. Für Fachärzte interessant?</strong><br><br>Es kann durchaus Sinn machen, wenn sich die Behandlung einer Krankheit über mehrere Monate hinzieht. A der anderen Seite sollten wir das System nicht gleich mit unzähligen Neuerungen überfrachten. Nötig ist vielmehr, dass wir nun rasch mit der Steuerung starten. Das geht in Teilen auch erst einmal mit dem alten<br>Honorarsystem. Bei den Hausärzten macht das Nachdenken über Jahrespauschalen noch mehr Sinn – das sehen wir ja auch in der Debatte über die HZV.<br><br><strong>Dann noch ein Wort zur angekündigten Entbudgetierung der Fachärzte in unterversorgten Regionen. Das würde vermutlich nur einem kleinen Teil der Fachärzteschaft helfen, oder?</strong><br><br>Das ganze Kapitel der Budgetierung wäre in einem gesteuerten System ohnehin obsolet. Wenn ich ein verpflichtendes Steuerungssystem einführe, bei dem der Hausarzt oder später eine KI die Notwendigkeit einer fachärztlichen Behandlung eindeutig festgestellt hat, dann ist eine Budgetierung ja Unsinn. Es kann dann ja keine unangemessene Leistungsausweitung sein. Notwendige Untersuchungen müssen dann auch bezahlt werden. Also: Im gesteuerten System kann es keine Budgetierung mehr geben!<br><br>Unsinn ist auch der Vorschlag, mit Abzügen in Regionen zu arbeiten, die nach einem uralten Bedarfsplanungssystem als überversorgt gelten. Den Kolleginnen und Kollegen dort hat ein Zulassungsausschuss ja die Niederlassung genehmigt. Da kann man nicht hinterher sagen: Wir wussten nicht, dass es da zu viele Praxen gibt – jetzt ziehen wir Ihnen etwas ab. Das ginge in den Bereich der Enteignung und wäre rechtlich sicher auch nicht haltbar. In der jetzigen Stimmungslage der Ärzteschaft kein guter Vorschlag.<br><br><strong>Sie haben die Bedarfsplanung angesprochen. Die soll nun bei Bedarf noch kleinteiliger werden und die Länder sollen in den Zulassungsausschüssen eine ausschlaggebende Stimme bekommen. Ein guter Vorschlag?</strong><br><br>Wer schon einmal in einem Zulassungsausschuss gesessen hat, weiß: Da sind die gesetzlichen Vorgaben so detailliert gebaut, dass man kaum Spielraum für große Änderungen hat – auch mit einer angeblich „ausschlaggebenden Stimme“. Aber das ist auch nicht der Punkt: Eine andere Bedarfsplanung führt ja nicht zu mehr Ärzten. Ich kann in Hamburg im Stadtteil Horn vielleicht mit einer noch kleinräumigeren Planung eine Situation schaffen, bei der das System noch drei freie Hausarztsitze zusätzlich ausspuckt. Aber es gibt für die vorhandenen Sitze schon jetzt keine Bewerber. Das wäre also nur unnötige Excel-Tabellen-Akrobatik.<br><br><strong>Sind Sie euphorischer bei der angekündigten Ausweitung der Hybrid-DRG?</strong><br><br>Dass eine umfassende Erweiterung ins Auge gefasst wird, hat uns in der Tat gefreut. Wir müssen die Hybrid-DRG wirklich da einführen, wo sie möglich sind. Wir haben dazu ja auch genug Daten und Vorschläge vorgelegt. Die Sachkosten müssen noch raus und die zweite Rechtsverordnung, wo man das wieder auf den EBM zurückführt, muss wieder weg. Sonst ist das ja nicht attraktiv und es macht am Ende keiner. Aber wir haben hier ein Instrument, dass etwas bewegen und überflüssige Kapazitäten im Krankenhaussektor<br>abschaffen kann. Genau das sollte ja der logische Schritt vor einer großen Krankenhausreform sein.<br><br><strong>…die im Einigungspapier ja auch viel Aufmerksamkeit erhält – und vor allem viel Geld.</strong><br><br>Da haben sich vor allem die Länder mit der Forderung nach mehr Freiheiten und Flexibilität durchgesetzt. Die Krankenhausreform ist eine schwierige Reform, weil die Politik Angst hat, dass der Wutbürger um die Ecke kommt und ihnen Ärger macht. Das ist den Landräten unheimlich – aber da müssen sie durch.<br><br><strong>Zum Ende noch eine Frage zum SpiFa direkt: Wie werden die geplanten Änderungen – unter anderem bei der Patientensteuerung – intern diskutiert? Wie bereiten Sie sich auf die Zukunft vor?</strong><br><br>Natürlich haben wir uns die Pläne genau angeschaut und ihre Auswirkungen auch auf der Mitgliederversammlung intensiv diskutiert. Das bedeutet natürlich einen Umbruch für die Verbände. Union und SPD haben betont, dass chronisch Kranke auch durch den Facharzt gesteuert werden müssen. Wir benötigen also bundesweit eine HZV mit Facharztverträgen auf der einen Seite – und einen Kollektivvertrag mit einer intelligenten Steuerung zwischen Haus- und Facharztpraxen auf der anderen Seite. Das wollen wir als SpiFa<br>nicht nur begleiten, sondern auch Vorschläge machen und intensiv mitarbeiten, damit das zu einem Erfolg wird. Insbesondere bei der HzV mit Facharztverträgen wird der SpiFa diese Verträge verhandeln. Dazu muss sich der SpiFa neu aufstellen. Das wird enorm viel Arbeit machen, dazu ist der SpiFa aber bereit. Wir werden uns personell verstärken müssen. Zunächst gibt es sicher eine Einführungsphase, die vielleicht zwei Jahre dauert, bis alles implementiert ist. Dann muss gemonitort und weiterentwickelt werden. Das ist ja eine wirklich neue Entwicklung der Versorgung. Die Praxen müssen sich darauf einstellen und die Verbände müssen das für ihre Mitglieder begleiten. Bis alles rund läuft, sind vielleicht fünf Jahre vorbei. Daher muss sich auch an der Spitze des SpiFa ein Vorstandsvorsitzender finden, der diese Entwicklung über viele Jahre gestalten kann –<br>idealerweise in einem Team aus drei oder vier Leuten. Ich bin jetzt in der Mitte meiner letzten und dritten Amtsperiode und stand über zehn Jahre an der Vorstandsspitze des SpiFa. Deshalb werden wir im Laufe dieses Jahres an der Spitze des Spifa folgerichtig eine Veränderung vornehmen. Ich werde weiterhin mit dabei sein aber nicht als Vorstandsvorsitzender. Letzten Endes geht es darum, einen Generationenwechsel einzuläuten.<br><br><strong>Sie gehen also davon aus, dass die dann neue Spitze des SpiFa eine Menge neuer Facharztverträge managen wird?</strong><br><br>In der Tat wird das ein großer Aufgabenbereich, aber der SpiFa hat ja heute schon gut aufgestellte Strukturen, die eine große Zahl an Selektivverträgen managen. Und wir werden natürlich auf das Wissen aus Baden-Württemberg zurückgreifen. Da gibt es ja schon sehr viele gute Verträge, die man aber nicht immer 1:1 übernehmen kann. Da kommt viel Arbeit auf uns zu. Und im HZV-Bereich können das ja nur die Verbände leisten. Im Kollektivvertrag ist das KV-System gefragt. Aber auch das müssen wir begleiten. Für die Verbände wird das eine richtig große Veränderung. Das ist auch ein Kraftakt, der finanziert werden muss, und bei dem es auch Stolperfallen geben wird. Aber wir sehen das positiv – als Chance zu gestalten – und werfen uns da auch voll rein.<br><br><strong>Im ersten Schritt werden Sie sicher darauf drängen, dass sich die Politiker der neuen Koalition zeitnah mit dem SpiFa zusammensetzen.</strong><br><br>Ja, und wir haben keinen Zweifel, dass unsere Expertise geschätzt wird. Schließlich sind es ja auch einige unserer Ideen, die da umgesetzt wurden. Schaut man sich die Grundsatzprogramme des SpiFa oder auch des Virchowbundes an, so finden sich ja viele unserer Ideen im Papier der AG Gesundheit wieder. Ja, es gibt viele Herausforderungen und Fallstricke – aber wir wollen gestalten. Das ist für unsere Mitglieder enorm wichtig. Es geht schließlich um nichts Geringeres als die Neugestaltung unseres ärztlichen Alltags und um die Zukunft der Fachärzte.<br><br><strong>Quelle: </strong>änd Ärztenachrichtendienst Verlags-AG, 31.03.2025</p>



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