Mit hochkarätigen Diskussionen, klaren fachärztlichen Positionen und einem intensiven Austausch zwischen Politik, Selbstverwaltung und Praxis ist der 12. SpiFa-Fachärztetag erfolgreich zu Ende gegangen. Vor rund 250 Teilnehmenden vor Ort sowie weiteren 1.000 im Livestream standen zentrale Reformvorhaben wie das Primärarztsystem, die Krankenhausreform sowie die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Versorgung im Fokus. Stets mit dem Ziel, eine leistungsfähige und bedarfsorientierte fachärztliche Versorgung sicherzustellen.
Bereits zum Auftakt machten Dr. iur. André Byrla, Hauptgeschäftsführer des SpiFa, und der Vorstandsvorsitzende Dr. med. Dirk Heinrich deutlich, dass die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen nur mit einer starken Einbindung der fachärztlichen Perspektive und damit des täglichen Versorgungsalltages zu bewältigen sind. In den folgenden Panels und Diskussionen zeigte sich eindrucksvoll, wie groß der konstruktive Gestaltungswille innerhalb der Fachärzteschaft ist.
Zentrales Thema des ersten Veranstaltungstages war die Debatte um ein mögliches Primärarztsystem. Der SpiFa spricht sich klar für eine strukturierte Patientensteuerung unter Nutzung digitaler Elemente aus, die Patientinnen und Patienten gezielt durch das Versorgungssystem führt. Zugleich wurde vor starren Modellen mit prinzipiell eingeschränktem Facharztzugang gewarnt. Weitere Schwerpunkte waren die Krankenhausreform, die damit in Zusammenhang stehende Zukunft des Belegarztwesens, die nicht zu unterschätzende Rolle der Pharma- und MedTech-Industrie für den Standort Deutschland und die fachärztliche Versorgung sowie Chancen und Risiken des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz im Versorgungsalltag.
Den Abschluss des ersten Tages bildete der traditionelle Abendempfang, in dessen Rahmen zukunftsweisende, am Standort Deutschland entwickelte, nuklearmedizinische Innovationen am Beispiel der präzisionsmedizinischen Radioligandentherapie im Fokus standen. In einem hochkarätig besetzten Panel wurde deutlich, welches Potenzial in nuklearmedizinischen Verfahren liegt – getragen von interdisziplinärer fachärztlicher Zusammenarbeit sowie langjähriger Forschung und gezielten Investitionen in Deutschland. „Nuklearmedizinische Theranostik mit Radioliganden steht für einen neuen Ansatz in der Krebstherapie: Was in der Bildgebung sichtbar wird, kann anschließend gezielt therapeutisch behandelt werden”, so Professor Dr. med. Detlef Moka, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner (BDN) und Panelteilnehmer.
Der zweite Veranstaltungstag startete spitzenpolitisch: In ihrer Keynote hob Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die zentrale Bedeutung der fachärztlichen Versorgung für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem hervor und griff zentrale Anliegen des SpiFa auf – darunter die Notwendigkeit eines weiterhin möglichen direkten Zugangs zu Fachärztinnen und Fachärzten sowie die Chancen digitaler Ersteinschätzungsverfahren für eine strukturierte Patientensteuerung. Sie würdigte dabei insbesondere auch die konstruktive Einbringung von Vorschlägen seitens der Fachärzteschaft über den SpiFa.
Im weiteren Verlauf standen verschiedenste Themen von der ärztlichen Weiterbildung über Fragen effektiver Prävention bis hin zur Ausgestaltung der Vergütungssysteme und der Digitalisierungsmöglichkeiten von Praxisstrukturen im Fokus.
Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa e.V., zieht ein klares Fazit:
„Der 12. SpiFa-Fachärztetag hat gezeigt, wie viel Kompetenz, Engagement und politischer wie systemischer Gestaltungswille in der Fachärzteschaft steckt. Der intensive Austausch, die klaren Positionen und die Vielzahl an Impulsen machen deutlich: Die Fachärztinnen und Fachärzte sind bereit, die Zukunft der Versorgung ihrer Rolle entsprechend aktiv und verantwortungsvoll mitzuprägen. Dies wird der SpiFa weiterhin tun.“
Mit diesem Rückenwind richtet sich der Blick bereits nach vorn: Der SpiFa-Fachärztetag wird auch im kommenden Jahr wieder als zentrale Plattform für Austausch, Positionierung und gesundheitspolitische Impulse dienen – mit dem klaren Anspruch, die Versorgung in Deutschland als zentrale gesundheitspolitische Plattform der deutschen Fachärzteschaft weiter zu prägen.
Pressemitteilung herunterladen: PM_SpiFa-Fachärztetag setzt starke Impulse für fachärztlichen und gesundheitspolitischen Diskurs