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„Versorgen statt Sparen“:Fachärzte warnen vor wachsender Versorgungslücke

SpiFa startet bundesweite Kampagne in Facharztpraxen gegen Kürzungen in der am-bulanten fachärztlichen Versorgung

Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) startet heute seine bundesweite Kampagne mit dem Titel „Versorgen statt Sparen“. Mit Plakaten und Flyern in Facharztpraxen sowie der Informationsplattform versorgen-statt-sparen.de informiert der SpiFa Patientinnen und Patienten über die Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes für deren ambulante fachärztliche Versorgung.

 

Durch mit dem Gesetz erfolgte Streichungen notwendiger finanzieller Mittel werden alle fachärztlichen Leistungen ab 2027 wieder in ein gedeckeltes Vergütungssystem gezwängt. Zugleich werden jährliche, inflationsbedingte Vergütungsanpassungen begrenzt, obwohl sich Praxen mit teils stark steigenden Kosten für Personal, Räumlichkeiten, Energie, IT, medizinische Geräte und Material konfrontiert sehen. Die Folge: Unwirtschaftlichkeit, Kapazitätsabbau, keine Neuaufnahmen, wegfallende Behandlungstermine, längere Wartezeiten.

 

Im Mittelpunkt der Kampagne steht darum eine einfache Botschaft: Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz kürzt bei der fachärztlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten.

 

Der SpiFa sieht die Entstehung eines dauerhaften, strukturellen Problems: Steigen die Kosten fortlaufend stärker als die Finanzierung, wird die Schere zwischen den tatsächlichen Aufwendungen der Praxen und ihrer Vergütung für erbrachte Behandlungen Jahr für Jahr größer.

 

Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Dirk Heinrich erklärt dazu:

 

„Eine solche Entwicklung führt in den Versorgungskollaps. Keine fachärztliche Praxis kann auf Dauer immer unwirtschaftlicher arbeiten. Darüber klären wir Patientinnen und Patienten nun auf. Sie verdienen es, zu wissen, was diese Sparpolitik ganz konkret für ihre Versorgung ab nächstem Jahr bedeutet. Ein Facharzttermin besteht nicht nur aus einigen Minuten ärztlicher Zeit. Wir Fachärztinnen und Fachärzte müssen Räumlichkeiten für unsere Praxis finanzieren, sind auf qualifiziertes Personal für die Organisation und Betreuung wie auch moderne Geräte und hochwertiges Material für die Versorgung der Patientinnen und Patienten angewiesen. Die Kosten dafür steigen und steigen. Wenn Politik jetzt den Rotstift bei der fachärztlichen Versorgung ansetzt, darf sich keiner wundern, wenn Versorgungskapazitäten wegbrechen.“

 

Heinrich weiter:

 

„Eine stabile Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein legitimes politisches Ziel. Aber stabile Beiträge und gute Versorgung dürfen kein Gegensatz sein. Wir brauchen eine Gesundheitspolitik, die vorhandene Behandlungskapazitäten erhält und neue ermöglicht. Deshalb heißt unsere Kampagne: Versorgen statt Sparen.“

 

Fachärztliche Versorgung trägt einen Großteil der ambulanten Versorgung

 

Die Dimension der ambulanten fachärztlichen Versorgung allein machen die ganze Tragweite der Kürzungen deutlich:

 

99.900 Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten in der vertragsärztlichen Versorgung – ohne Hausärzte und nicht-ärztliche Psychotherapeuten. Sie erbringen jährlich rund 385 Millionen fachärztliche Behandlungsfälle. Damit werden zwei von drei vertragsärztlichen Behandlungsfällen in der fachärztlichen Versorgung erbracht. Dem stehen lediglich rund 14,5 Millionen stationäre GKV-Krankenhausfälle gegenüber. Das heißt: Auf einen stationären GKV-Krankenhausfall kommen rund 27 ambulante fachärztliche Behandlungsfälle.

 

„Wer über die Zukunft der Versorgung spricht, darf einfach nicht ignorieren, wo der größte Teil der täglichen Patientenversorgung tatsächlich stattfindet. Die ambulante fachärztliche Versorgung ist eine tragende Säule des Gesundheitssystems. Die jetzige Sparpolitik behandelt sie jedoch, als sei sie ein Randbereich, zumal der Sparbeitrag der Ärzteschaft einseitig auf die fachärztlichen niedergelassenen Praxen abgewälzt wurde“, so Heinrich.

 

Kampagne in fachärztlichen Praxen informiert Patientinnen und Patienten

 

Der SpiFa stellt Facharztpraxen über die Website versorgen-statt-sparen.de ab heute Kampagnenmaterial für unterschiedliche Fachrichtungen zur Verfügung. Auf für verschiedene Facharztgruppen designten Plakaten werden typische Situationen der ambulanten fachärztlichen Versorgung aufgegriffen und Patientinnen und Patienten auf digitale Informationsaufbereitungen aufmerksam gemacht.

 

So informiert der SpiFa auf der Website versorgen-statt-sparen.de umfassend und zielgruppengerecht darüber, welche konkreten Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf die Versorgung gesetzlich Versicherter ab 2027 haben wird. Dabei wird unter anderem erläutert, was Budgetierung fachärztlicher Leistungen genau bedeutet, welche Auswirkungen sie bereits jetzt auf die Versorgung hat und warum die Finanzierung und Behandlungskapazitäten fachärztlicher Praxen untrennbar miteinander verknüpft sind.“

 

PM_Start der bundesweiten Kampagne „Versorgen statt Sparen“