Vom 19. bis 20. März 2026 ist es wieder soweit. Als die gesundheitspolitische Leitveranstaltung der deutschen Fachärzteschaft bringt der SpiFa-Fachärztetag vor den Augen von rund 500 vor Ort oder im Livestream anwesenden Gästen jährlich die fachärztlichen Berufsverbände, die ärztliche Selbstverwaltung in Form der Bundes- und Landesärztekammern und die kassenärztlichen Vereinigungen auf Bundes- und regionaler Ebene mit den gesetzlichen und privaten Kostenträgern des Gesundheitssystems, der Gesundheitsindustrie sowie gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern und Medienvertretern zusammen.
Im Jahr 2026 stehen nunmehr die gesundheitspolitischen Veränderungen auf der Agenda, die die Bundesregierung in ihrem ersten Regierungsjahr angestoßen oder bereits auf den Weg gebracht hat, welche Implikationen damit für das Gesundheitswesen insgesamt und die fachärztliche Versorgung im Besonderen einhergehen und welche weiteren gesetzgeberischen Schritte im Sinne einer hochqualitativen, bedarfsgerechten Versorgung der Patientinnen und Patienten gegangen werden sollten. Dabei werden im Rahmen zahlreicher Fachvorträge und interdisziplinärer Diskussionspanel insbesondere die Ausgestaltung künftiger ambulanter wie stationärer Versorgungsstrukturen sowie aktuelle und perspektivische Innovationen der Gesundheitswirtschaft und medizinischen Forschung am Standort Deutschland im Fokus stehen.
Mit Spannung erwartet wird in diesem Kontext insbesondere die Keynote der Bundesministerin für Gesundheit, Frau Nina Warken MdB, die zusammen mit der darauffolgenden Eingangsrede des SpiFa-Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dr. Dirk Heinrich, den Tenor für insgesamt elf über beide Tage verteilte interdisziplinäre Paneldiskussionen setzen wird. Dieser untermalt:
„Der direkte Austausch mit anderen Stakeholdern im Rahmen des SpiFa-Fachärztetages ist für uns als Stimme der Fachärzteschaft von zentraler Bedeutung. Das Gesundheitssystem steht vor gravierenden Veränderungen. Sowohl bereits auf den Weg gebrachte, als auch noch in den Kindesschuhen befindliche Reformvorhaben werden die fachärztliche Versorgung in Klinik und Praxis maßgeblich berühren. Es ist daher wichtig, jetzt den Dialog zu suchen, die enormen Herausforderungen, vor denen unser Gesundheitssystem steht, anzunehmen und gemeinsam die Weichen im Sinne der Patientenversorgung zu stellen. Wir Fachärztinnen und Fachärzte stehen dafür bereit.“
Nicht nur aus fachärztlicher Sicht wird in diesem Jahr ein besonderer Fokus auf der Ausgestaltung und den Auswirkungen eines möglichen Primärversorgungssystems liegen. Wie werden Haus- und Fachärztinnen und -ärzte die ambulante Versorgung künftig gemeinsam gestalten und wie lässt sich diese optimal mit der stationären Versorgung verzahnen? Welche Rolle kommt der Prävention vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und steigender Kosten im Gesundheitssystem zu und wie lässt sie sich besser in Versorgungsstrukturen integrieren? Wie kann durch kluge Ambulantisierungsanreize erreicht werden, dass Patientinnen und Patienten künftig keine unnötigen Krankenhausaufenthalte mehr erdulden müssen?
Die noch von der Koalition aus SPD, Grünen und FDP auf den Weg gebrachte Krankenhausreform stellte für die stationäre Versorgung eine Zäsur dar. Werden die nun vorgenommenen Anpassungen Verbesserungen für Patientinnen und Patienten bringen? Reichen sie aus oder gehen sie zu weit? Welche Rolle werden Belegärztinnen und Belegärzte in dieser neu gestalteten Krankenhausversorgung künftig spielen können und vielleicht müssen? Lässt sich ihre Einbindung unter den heute gegebenen Umständen stärken oder müssen die Voraussetzungen dafür erst geschaffen werden?
Mit Blick auf die enorme Bedeutung der deutschen Pharma-, BioTech- und Medizintechnologiebranche für die ambulante wie stationäre fachärztliche Versorgung wird die Frage gestellt und beantwortet werden, wie der medizinische Forschungsstandort Deutschland auch wirtschaftlich attraktiv bleibt. Innovationen made in Germany sind insbesondere in der Medizin keine Seltenheit. Am Beispiel präzisionsmedizinischer Errungenschaften der Nuklearmedizin wie der Radioligandentherapie wird eruiert werden, wie Jahrzehnte erfolgreicher Forschung am Standort Deutschland durch interdisziplinäre Kooperation, Investitionen in Infrastruktur und die Weiterentwicklung von Versorgungsmodellen ihren Weg in die klinische Versorgung finden und dort Maßstäbe setzen können.
Standortattraktivität misst sich nicht zuletzt auch Digitalisierungsfortschritten sowohl in der Gesundheitsforschung als auch in der Gesundheitsversorgung. Immer schneller voranschreitende Neuerungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz werfen nicht nur für die Industrie Fragen auf. Auch für die fachärztliche Versorgung können sich daraus Möglichkeiten ergeben. Doch wie sehen Chancen und Risiken aus? Wie ließe sich Künstliche Intelligenz in den Versorgungsalltag integrieren?
Nicht zuletzt gilt es zu klären: Wie will die Gesundheitspolitik die Weichen im Sinne der Versorgung der Patientinnen und Patienten stellen?
Zu diesen und weiteren Themen freut sich der SpiFa auf die Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit und der Länderministerien, der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen, der ärztlichen Berufsverbände und Selbstverwaltung, der Gesundheitswirtschaft und der gesetzlichen wie privaten Krankenversicherung.
Auch für den Hauptgeschäftsführer des SpiFa, Herrn Dr. iur. André Byrla, liegt die Stärke des SpiFa-Fachärztetages im multilateralen persönlichen Austausch:
„Gerade in Zeiten umfassender Reformen ist es wichtig, dass die unterschiedlichen Perspektiven nicht nebeneinanderstehen, sondern miteinander ins Gespräch kommen. Der SpiFa-Fachärztetag schafft diesen Raum und verbindet fachliche Expertise mit politischer Verantwortung. Wir freuen uns, ihn im Jahr 2026 bereits zum 12. Mal ausrichten zu können.“
Pressemitteilung herunterladen: PM_12. SpiFa-Fachärztetag bringt Entscheiderinnen und Entscheider in Berlin zusammen