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„SpiFa-Hauptgeschäftsführer plädiert für GOÄ-Rechnung statt „All-Inklusive-Aufschlag” Hauptgeschäftsführer des SpiFa Dr. André Byrla im änd

Ein gesonderter Facharzttarif, mit dem sich GKV-Versicherte für 200 bis 350 Euro im Jahr den direkten Zugang zum Facharzt erhalten können – der Vorschlag vom Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, machte in dieser Woche Schlagzeilen. Für Irritation sorgte der Vorstoß allerdings beim Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa).

Byrla: „Geld für Leistung. So funktioniert auch Steuerung.“

Der Hauptgeschäftsführer des SpiFa, Dr. André Byrla, hält den Vorschlag der KBV für kaum nachvollziehbar. Im Gespräch mit dem änd plädiert er dafür, dass gegenüber den gesetzlich Versicherten im Primärarztsystem die fachärztlichen Leistungen unmittelbar nach GOÄ abgerechnet werden, statt die „Vollkaskomentalität“ mit „All-Inclusive-Aufschlägen“ noch weiter zu befördern.

“In einem Primärarztsystem, in dem bis auf wenige Ausnahmen für bestimmte Fachgruppen und Leistungen, der Weg zu den vertragsärztlich tätigen Fachärztinnen und Fachärztinnen und ihren fachärztlichen Leistungen nur auf hausärztliche Überweisungen gehen soll, ist der Leistungsanspruch der GKV-Versicherten gegenüber dem heutigen Leistungsanspruch reduziert. Aus vertragsarzrechtlicher Sicht wäre es deshalb konsequent und ordnungspolitisch richtig, den unmittelbaren Zugang der gesetzlich Versicherten zu den fachärztlichen Leistungen als Selbstzahlerleistung gesetzlich auszugestalten und damit auch die Abrechnung nach der GOÄ zu ermöglichen“, betont Byrla. Das sei gegenüber allen Seiten einfach, fair und transparent. „Denn es bedeutet: Geld für Leistung. So funktioniert auch Steuerung.“

Die heutige „Facharzt-Flatrate“ mit einem All-Inclusive-Aufschlag aufzuhübschen, löse keine der bestehenden Herausforderungen, sondern befördere die in Teilen der GKV-Versichertenschaft bestehende Vollkaskomentalität weiter. „Die Leidtragenden daraus wären am Ende aber die Fachärztinnen und Fachärzte, denen kein einziger Cent solcher Aufschläge zu Gute kommen wird.“

Quelle: änd Ärztenachrichtendienst Verlags-AG, 30.09.2025

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