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Fachärzteschaft trägt überproportional zur GKV-Stabilisierung bei, weitere Sparauflagen nicht vertretbar
02.04.2026
Vor dem Hintergrund aktueller Sparvorschläge der Finanzkommission Gesundheit warnt der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) eindringlich vor einer zusätzlichen finanziellen Belastung der fachärztlichen Versorgung.
02.04.2026
Vor dem Hintergrund aktueller Sparvorschläge der Finanzkommission Gesundheit warnt der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) eindringlich vor einer zusätzlichen finanziellen Belastung der fachärztlichen Versorgung.

Die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte leisten seit Jahren einen erheblichen, strukturell verankerten Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Allein durch die fortgesetzte Budgetierung werden jährlich rund 2,3 Milliarden Euro eingespart. Hinzu kommen Einsparungen von etwa 400 Millionen Euro pro Jahr infolge der Streichung der Neupatientenregelung im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) im Jahr 2023.

Damit beträgt der jährliche Sparbeitrag der fachärztlichen Versorgung insgesamt 2,7 Milliarden Euro.

zur Konsolidierung der GKV leisten und die Lasten fair verteilt werden sollen, dann muss dieser bereits erbrachte Sparbeitrag der Fachärztinnen und Fachärzte zwingend berücksichtigt werden“, erklärt Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. „Die Fachärzteschaft erbringt seit Jahren einen überproportionalen Beitrag zur finanziellen Stabilisierung des Systems und das unter Bedingungen fortgesetzter Budgetierung, während andere Versorgungsbereiche entbudgetiert wurden. Damit ist der geforderte Sparbeitrag für die kommenden Jahre faktisch bereits geleistet.“

Vor diesem Hintergrund fordert der SpiFa, niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte von weiteren Sparmaßnahmen – insbesondere ab dem Jahr 2027 – auszunehmen.

„Wer ernsthaft von einer gleichmäßigen Lastenverteilung spricht, kann die Fachärzteschaft nicht erneut zur Kasse bitten. Der Beitrag von jährlich 2,7 Milliarden Euro muss vollständig angerechnet werden. Für zusätzliche Sparrunden bei den Fachärzten fehlt jede sachliche Grundlage“, erklärt Dr. Heinrich abschließend.

Der SpiFa betont, dass weitere finanzielle Einschnitte die ambulante fachärztliche Versorgung gefährden und langfristig zu Versorgungsengpässen führen können.

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Vorschläge der Finanzkommission gefährden fachärztliche Patientenversorgung
30.03.2026
Die vom Bericht der Finanzkommission Gesundheit ausgehenden Vorschläge zur Streichung der extrabudgetären Vergütung stoßen beim Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) auf scharfe Kritik. Der Dachverband der Fachärzteschaft warnt vor spürbaren Folgen für gesetzlich krankenversicherte...
30.03.2026
Die vom Bericht der Finanzkommission Gesundheit ausgehenden Vorschläge zur Streichung der extrabudgetären Vergütung stoßen beim Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) auf scharfe Kritik. Der Dachverband der Fachärzteschaft warnt vor spürbaren Folgen für gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland.

„Hier wird nicht im System gespart, hier wird an der Versorgung der Patientinnen und Patienten gespart“, erklärt Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. „Wer die Vergütung für akute und dringende Behandlungen und offene Sprechstunden streicht, gefährdet genau die Strukturen, die schnelle Hilfe ermöglichen.“

Weniger Geld für schnelle Hilfe bedeutet längere Wartezeiten

Bisher werden bestimmte Leistungen, etwa bei akuten Beschwerden und dringenden Terminen oder in offenen Sprechstunden, außerhalb fester Budgetgrenzen vergütet. Das bedeutet: Praxen können zusätzliche gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten behandeln, ohne wirtschaftliche Nachteile zu riskieren.

Fallen diese Leistungen künftig wieder unter die Budgetierung, gilt faktisch: Mehr Patienten bedeuten mehr Arbeit, aber nicht mehr Vergütung.

„Medizin lässt sich nicht deckeln wie ein Haushaltsbudget“, so Dr. Heinrich. „Wenn zusätzliche Behandlungen nicht mehr bezahlt werden, werden sie zwangsläufig weniger angeboten, mit direkten Folgen für die Patienten.“

Der SpiFa warnt konkret vor:
– längeren Wartezeiten auf Facharzttermine
– einer Verlagerung von Patientinnen und Patienten in überlastete Notaufnahmen
– weniger kurzfristigen Behandlungsmöglichkeiten

TSVG-Paket wird politisch aufgekündigt

Besonders kritisch bewertet der SpiFa den Bruch mit der bisherigen politischen Linie: Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hatte der Gesetzgeber bewusst ein Gesamtpaket geschnürt.

Mehr Sprechstunden und bessere Erreichbarkeit von Arztpraxen wurden damals gezielt mit einer verbesserten Vergütung zusätzlicher Leistungen verknüpft.

„Die Botschaft war klar: Mehr Versorgung wird auch bezahlt“, erklärt Dr. Heinrich. „Wenn jetzt die Vergütung gestrichen wird, wird diese Paketlogik einseitig aufgekündigt.“

Die Folge sei absehbar: Erweiterte Sprechstunden und zusätzliche Angebote für Akutpatienten könnten in dieser Form nicht aufrechterhalten werden.

Termingarantie in drei Wochen: politisches Versprechen ohne Grundlage

Gleichzeitig fordern Teile der Politik eine Termingarantie für Facharzttermine innerhalb von drei Wochen. Für den SpiFa ist das ein offensichtlicher Widerspruch.

„Schnellere Termine lassen sich nicht per Gesetz verordnen, wenn gleichzeitig die Grundlage dafür entzogen wird“, so Heinrich. „Die Politik verspricht mehr Versorgung – und streicht gleichzeitig die Finanzierung. Das passt nicht zusammen.“

Eine verlässliche Terminvergabe sei ein richtiges Ziel, aber nur unter den entsprechenden Rahmenbedingungen erreichbar.

„Wer ernsthaft will, dass gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten schneller Termine bekommen, muss die Praxen auch in die Lage versetzen, diese zusätzlichen Termine anzubieten“, betont Heinrich.

„Patienten brauchen Versorgung – keine politischen Widersprüche“

Der SpiFa fordert die Politik auf, die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zu überdenken und die Finanzierung der ambulanten fachärztlichen Versorgung nicht weiter zu schwächen.

„Am Ende trifft dieser Kurs genau die Menschen, die auf schnelle medizinische Hilfe angewiesen sind. Patienten brauchen eine verlässliche Versorgung und keine Versprechen, die in der Realität nicht eingehalten werden können.“, erklärt Dr. Heinrich abschließend.

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SpiFa-Fachärztetag setzt starke Impulse für fachärztlichen und gesundheitspolitischen Diskurs
25.03.2026
Der Spitzenverband der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) zieht eine durchweg positive Bilanz zum 12. SpiFa-Fachärztetag. Zwei Tage intensiver fachlicher sowie gesundheitspolitischer Diskussionen und Beiträge haben die zentrale Rolle der Fachärzteschaft für die Zukunft der Versorgung...
25.03.2026
Der Spitzenverband der Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) zieht eine durchweg positive Bilanz zum 12. SpiFa-Fachärztetag. Zwei Tage intensiver fachlicher sowie gesundheitspolitischer Diskussionen und Beiträge haben die zentrale Rolle der Fachärzteschaft für die Zukunft der Versorgung in Deutschland deutlich unterstrichen.

Mit hochkarätigen Diskussionen, klaren fachärztlichen Positionen und einem intensiven Austausch zwischen Politik, Selbstverwaltung und Praxis ist der 12. SpiFa-Fachärztetag erfolgreich zu Ende gegangen. Vor rund 250 Teilnehmenden vor Ort sowie weiteren 1.000 im Livestream standen zentrale Reformvorhaben wie das Primärarztsystem, die Krankenhausreform sowie die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Versorgung im Fokus. Stets mit dem Ziel, eine leistungsfähige und bedarfsorientierte fachärztliche Versorgung sicherzustellen.

Bereits zum Auftakt machten Dr. iur. André Byrla, Hauptgeschäftsführer des SpiFa, und der Vorstandsvorsitzende Dr. med. Dirk Heinrich deutlich, dass die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen nur mit einer starken Einbindung der fachärztlichen Perspektive und damit des täglichen Versorgungsalltages zu bewältigen sind. In den folgenden Panels und Diskussionen zeigte sich eindrucksvoll, wie groß der konstruktive Gestaltungswille innerhalb der Fachärzteschaft ist.

Zentrales Thema des ersten Veranstaltungstages war die Debatte um ein mögliches Primärarztsystem. Der SpiFa spricht sich klar für eine strukturierte Patientensteuerung unter Nutzung digitaler Elemente aus, die Patientinnen und Patienten gezielt durch das Versorgungssystem führt. Zugleich wurde vor starren Modellen mit prinzipiell eingeschränktem Facharztzugang gewarnt. Weitere Schwerpunkte waren die Krankenhausreform, die damit in Zusammenhang stehende Zukunft des Belegarztwesens, die nicht zu unterschätzende Rolle der Pharma- und MedTech-Industrie für den Standort Deutschland und die fachärztliche Versorgung sowie Chancen und Risiken des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz im Versorgungsalltag.

Den Abschluss des ersten Tages bildete der traditionelle Abendempfang, in dessen Rahmen zukunftsweisende, am Standort Deutschland entwickelte, nuklearmedizinische Innovationen am Beispiel der präzisionsmedizinischen Radioligandentherapie im Fokus standen. In einem hochkarätig besetzten Panel wurde deutlich, welches Potenzial in nuklearmedizinischen Verfahren liegt – getragen von interdisziplinärer fachärztlicher Zusammenarbeit sowie langjähriger Forschung und gezielten Investitionen in Deutschland. „Nuklearmedizinische Theranostik mit Radioliganden steht für einen neuen Ansatz in der Krebstherapie: Was in der Bildgebung sichtbar wird, kann anschließend gezielt therapeutisch behandelt werden”, so Professor Dr. med. Detlef Moka, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner (BDN) und Panelteilnehmer.

Der zweite Veranstaltungstag startete spitzenpolitisch: In ihrer Keynote hob Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die zentrale Bedeutung der fachärztlichen Versorgung für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem hervor und griff zentrale Anliegen des SpiFa auf – darunter die Notwendigkeit eines weiterhin möglichen direkten Zugangs zu Fachärztinnen und Fachärzten sowie die Chancen digitaler Ersteinschätzungsverfahren für eine strukturierte Patientensteuerung. Sie würdigte dabei insbesondere auch die konstruktive Einbringung von Vorschlägen seitens der Fachärzteschaft über den SpiFa.

Im weiteren Verlauf standen verschiedenste Themen von der ärztlichen Weiterbildung über Fragen effektiver Prävention bis hin zur Ausgestaltung der Vergütungssysteme und der Digitalisierungsmöglichkeiten von Praxisstrukturen im Fokus.

Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa e.V., zieht ein klares Fazit:

„Der 12. SpiFa-Fachärztetag hat gezeigt, wie viel Kompetenz, Engagement und politischer wie systemischer Gestaltungswille in der Fachärzteschaft steckt. Der intensive Austausch, die klaren Positionen und die Vielzahl an Impulsen machen deutlich: Die Fachärztinnen und Fachärzte sind bereit, die Zukunft der Versorgung ihrer Rolle entsprechend aktiv und verantwortungsvoll mitzuprägen. Dies wird der SpiFa weiterhin tun.“

Mit diesem Rückenwind richtet sich der Blick bereits nach vorn: Der SpiFa-Fachärztetag wird auch im kommenden Jahr wieder als zentrale Plattform für Austausch, Positionierung und gesundheitspolitische Impulse dienen – mit dem klaren Anspruch, die Versorgung in Deutschland als zentrale gesundheitspolitische Plattform der deutschen Fachärzteschaft weiter zu prägen.

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Gemeinsam stark für junge Patientinnen und Patienten: BVKJ tritt SpiFa bei
24.03.2026
Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) wächst weiter: Die Mitgliederversammlung des SpiFa beschloss am 21. März die Aufnahme des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) als assoziiertes Mitglied. Mit dem Beitritt wird die gemeinsame fachärztliche...
24.03.2026
Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) wächst weiter: Die Mitgliederversammlung des SpiFa beschloss am 21. März die Aufnahme des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) als assoziiertes Mitglied. Mit dem Beitritt wird die gemeinsame fachärztliche Interessenvertretung um die Perspektive der Kinder- und Jugendmedizin erweitert und die Stimme der Fachärztinnen und Fachärzte für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung in jedem Lebensalter weiter gestärkt.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ) vertritt rund 11.800 Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte aus Praxen, Kliniken und dem öffentlichen Gesundheitswesen. Unter dem Leitgedanken „Jedes Kind ist anders. Für alle machen wir uns stark!“ setzt sich der Verband für eine hochwertige pädiatrische Versorgung sowie verlässliche Rahmenbedingungen ein. Zudem bringt der BVKJ als Ansprechpartner für Politik und Medien die Perspektive junger Patientinnen und Patienten aktiv in gesundheitspolitische Debatten ein.

Der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. med. Dirk Heinrich, begrüßt den Beitritt ausdrücklich und betont die Bedeutung der neuen Zusammenarbeit:

„Mit dem BVKJ gewinnt der SpiFa eine besonders starke, engagierte und im Gesundheitssystem gehörte Stimme für die Versorgung der jüngsten Patientinnen und Patienten. Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte übernehmen eine zentrale Rolle in der Prävention, frühen Diagnostik und für die langfristige Gesundheit unserer Gesellschaft. Diese Perspektive künftig mit im SpiFa zu bündeln, stärkt unsere gemeinsame gesundheitspolitische Durchsetzungskraft.”

Auch der Präsident des BVKJ, Dr. med. Michael Hubmann, sieht im Beitritt zum SpiFa eine große Chance für die Kinder- und Jugendmedizin:

„Wir Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte nehmen im Versorgungssystem eine besondere Rolle ein: Wir sind sowohl hausärztlich als auch fachärztlich tätig. Der Beitritt zum SpiFa bietet uns die Chance, die Belange beider Bereiche künftig noch stärker einzubringen und ihre Interessen wirksam zu vertreten. Gerade mit Blick auf anstehende Herausforderungen wie die Notfallreform oder das Primärversorgungssystem ist uns die Zusammenarbeit sehr wichtig.“

Von nun an wollen SpiFa und BVKJ noch enger als bisher gemeinsam für eine qualitativ hochwertige und patientenorientierte Versorgung eintreten. Dabei sollen Fragen der Versorgung von Kindern und Jugendlichen und ihre besonderen Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt gesundheitspolitischer Entscheidungen gerückt und als zentraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Versorgung verankert und sichtbar gemacht werden.

Pressemitteilung herunterladen: PM_Gemeinsam stark für junge Patientinnen und Patienten

SpiFa zur Patientensteuerung: Wer sie fordert, muss auch zeigen, dass er steuern will und kann
16.03.2026
Die Diskussion über eine stärkere Patientensteuerung im deutschen Gesundheitssystem gewinnt erneut an Fahrt. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) stellt dazu klar: Wer eine stärkere hausärztliche Steuerungsrolle einfordert, muss auch zeigen, dass er diese Rolle tatsächlich...
16.03.2026
Die Diskussion über eine stärkere Patientensteuerung im deutschen Gesundheitssystem gewinnt erneut an Fahrt. Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) stellt dazu klar: Wer eine stärkere hausärztliche Steuerungsrolle einfordert, muss auch zeigen, dass er diese Rolle tatsächlich wahrnehmen will und kann.

Bereits heute besteht ein klarer gesetzlicher Auftrag zur Koordinierung der Versorgung an die Hausärztinnen und Hausärzte. Zu ihren Aufgaben gehört ausdrücklich, Patientinnen und Patienten bei Bedarf in die fachärztliche Versorgung zu vermitteln. Hierfür wurden sogar finanzielle Anreize geschaffen. Für sogenannte Hausarztvermittlungsfälle erhalten Hausarztpraxen Zuschläge, wenn sie ihren Patientinnen und Patienten aktiv einen Termin in der fachärztlichen Versorgung organisieren.

Trotz dieses gesetzlichen Auftrags und der vorgesehenen Vergütung bleibt die tatsächliche Zahl solcher Vermittlungsfälle bislang gering. Im Jahr 2023 gab es etwas mehr als 2,54 Millionen Vermittlungsfälle. Bei rund 328 Millionen fachärztlichen Behandlungsfällen sind das nicht einmal ein Prozent.

Die Realität zeigt somit: Ein Großteil der Überweisungen und fachärztlichen Behandlungen erfolgt weiterhin ohne konkrete hausärztliche Terminorganisation. Häufig liegt die Terminvereinbarung weiterhin bei den Patientinnen und Patienten selbst oder bei den fachärztlichen Praxen.

Der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. med. Dirk Heinrich, erklärt dazu:

„Wer eine verbindliche Patientensteuerung fordert, muss auch bereit sein, diese Verantwortung im Praxisalltag zu übernehmen. Gesetzliche Instrumente existieren bereits. Sie müssen jedoch auch genutzt werden. Viele Fachärztinnen und Fachärzte berichten, dass Zuweisungen häufig sogar ohne jede Überweisung aus dem hausärztlichen Versorgungsbereich direkt in die offenen Sprechstunden der Facharztpraxen erfolgen. Dafür sind diese jedoch nicht gedacht. Es zeigt sich daher, dass bis zur Einführung eines wirklich effektiven Patientensteuerungssystems, wie es ein Primärversorgungssystem sein kann, bereits heute deutlich mehr getan werden könnte.“

Der SpiFa spricht sich für eine sachliche und faktenbasierte Debatte aus. Eine stärkere Koordination der Patientenströme kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten ihre Rolle tatsächlich wahrnehmen, statt nur darüber zu sprechen.

„Patientensteuerung ist kein politisches Schlagwort, sondern eine konkrete Versorgungsaufgabe. Wer sie fordert, muss zeigen, dass er steuern will und dass er steuern kann. Auch heute schon.“, so der SpiFa-Vorsitzende weiter.

Ziel des SpiFa bleibt eine effiziente und patientengerechte Organisation der fachärztlichen Versorgung.

Pressemitteilung herunterladen: PM_SpiFa zur Patientensteuerung

Gesundheitspolitik im Reformjahr: SpiFa-Fachärztetag bringt Entscheiderinnen und Entscheider in Berlin zusammen
12.03.2026
Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) lädt in diesem Jahr zum 12. Mal zum traditionellen SpiFa-Fachärztetag nach Berlin. Die gesundheitspolitischen Panel stehen dabei unter den Vorzeichen großer Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem und tiefgreifender...
12.03.2026
Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) lädt in diesem Jahr zum 12. Mal zum traditionellen SpiFa-Fachärztetag nach Berlin. Die gesundheitspolitischen Panel stehen dabei unter den Vorzeichen großer Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem und tiefgreifender Reformvorhaben der schwarz-roten Koalition.

Vom 19. bis 20. März 2026 ist es wieder soweit. Als die gesundheitspolitische Leitveranstaltung der deutschen Fachärzteschaft bringt der SpiFa-Fachärztetag vor den Augen von rund 500 vor Ort oder im Livestream anwesenden Gästen jährlich die fachärztlichen Berufsverbände, die ärztliche Selbstverwaltung in Form der Bundes- und Landesärztekammern und die kassenärztlichen Vereinigungen auf Bundes- und regionaler Ebene mit den gesetzlichen und privaten Kostenträgern des Gesundheitssystems, der Gesundheitsindustrie sowie gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern und Medienvertretern zusammen.

Im Jahr 2026 stehen nunmehr die gesundheitspolitischen Veränderungen auf der Agenda, die die Bundesregierung in ihrem ersten Regierungsjahr angestoßen oder bereits auf den Weg gebracht hat, welche Implikationen damit für das Gesundheitswesen insgesamt und die fachärztliche Versorgung im Besonderen einhergehen und welche weiteren gesetzgeberischen Schritte im Sinne einer hochqualitativen, bedarfsgerechten Versorgung der Patientinnen und Patienten gegangen werden sollten. Dabei werden im Rahmen zahlreicher Fachvorträge und interdisziplinärer Diskussionspanel insbesondere die Ausgestaltung künftiger ambulanter wie stationärer Versorgungsstrukturen sowie aktuelle und perspektivische Innovationen der Gesundheitswirtschaft und medizinischen Forschung am Standort Deutschland im Fokus stehen.

Mit Spannung erwartet wird in diesem Kontext insbesondere die Keynote der Bundesministerin für Gesundheit, Frau Nina Warken MdB, die zusammen mit der darauffolgenden Eingangsrede des SpiFa-Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dr. Dirk Heinrich, den Tenor für insgesamt elf über beide Tage verteilte interdisziplinäre Paneldiskussionen setzen wird. Dieser untermalt:

„Der direkte Austausch mit anderen Stakeholdern im Rahmen des SpiFa-Fachärztetages ist für uns als Stimme der Fachärzteschaft von zentraler Bedeutung. Das Gesundheitssystem steht vor gravierenden Veränderungen. Sowohl bereits auf den Weg gebrachte, als auch noch in den Kindesschuhen befindliche Reformvorhaben werden die fachärztliche Versorgung in Klinik und Praxis maßgeblich berühren. Es ist daher wichtig, jetzt den Dialog zu suchen, die enormen Herausforderungen, vor denen unser Gesundheitssystem steht, anzunehmen und gemeinsam die Weichen im Sinne der Patientenversorgung zu stellen. Wir Fachärztinnen und Fachärzte stehen dafür bereit.“

Nicht nur aus fachärztlicher Sicht wird in diesem Jahr ein besonderer Fokus auf der Ausgestaltung und den Auswirkungen eines möglichen Primärversorgungssystems liegen. Wie werden Haus- und Fachärztinnen und -ärzte die ambulante Versorgung künftig gemeinsam gestalten und wie lässt sich diese optimal mit der stationären Versorgung verzahnen? Welche Rolle kommt der Prävention vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und steigender Kosten im Gesundheitssystem zu und wie lässt sie sich besser in Versorgungsstrukturen integrieren? Wie kann durch kluge Ambulantisierungsanreize erreicht werden, dass Patientinnen und Patienten künftig keine unnötigen Krankenhausaufenthalte mehr erdulden müssen?

Die noch von der Koalition aus SPD, Grünen und FDP auf den Weg gebrachte Krankenhausreform stellte für die stationäre Versorgung eine Zäsur dar. Werden die nun vorgenommenen Anpassungen Verbesserungen für Patientinnen und Patienten bringen? Reichen sie aus oder gehen sie zu weit? Welche Rolle werden Belegärztinnen und Belegärzte in dieser neu gestalteten Krankenhausversorgung künftig spielen können und vielleicht müssen? Lässt sich ihre Einbindung unter den heute gegebenen Umständen stärken oder müssen die Voraussetzungen dafür erst geschaffen werden?

Mit Blick auf die enorme Bedeutung der deutschen Pharma-, BioTech- und Medizintechnologiebranche für die ambulante wie stationäre fachärztliche Versorgung wird die Frage gestellt und beantwortet werden, wie der medizinische Forschungsstandort Deutschland auch wirtschaftlich attraktiv bleibt. Innovationen made in Germany sind insbesondere in der Medizin keine Seltenheit. Am Beispiel präzisionsmedizinischer Errungenschaften der Nuklearmedizin wie der Radioligandentherapie wird eruiert werden, wie Jahrzehnte erfolgreicher Forschung am Standort Deutschland durch interdisziplinäre Kooperation, Investitionen in Infrastruktur und die Weiterentwicklung von Versorgungsmodellen ihren Weg in die klinische Versorgung finden und dort Maßstäbe setzen können.

Standortattraktivität misst sich nicht zuletzt auch Digitalisierungsfortschritten sowohl in der Gesundheitsforschung als auch in der Gesundheitsversorgung. Immer schneller voranschreitende Neuerungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz werfen nicht nur für die Industrie Fragen auf. Auch für die fachärztliche Versorgung können sich daraus Möglichkeiten ergeben. Doch wie sehen Chancen und Risiken aus? Wie ließe sich Künstliche Intelligenz in den Versorgungsalltag integrieren?

Nicht zuletzt gilt es zu klären: Wie will die Gesundheitspolitik die Weichen im Sinne der Versorgung der Patientinnen und Patienten stellen?

Zu diesen und weiteren Themen freut sich der SpiFa auf die Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit und der Länderministerien, der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen, der ärztlichen Berufsverbände und Selbstverwaltung, der Gesundheitswirtschaft und der gesetzlichen wie privaten Krankenversicherung.

Auch für den Hauptgeschäftsführer des SpiFa, Herrn Dr. iur. André Byrla, liegt die Stärke des SpiFa-Fachärztetages im multilateralen persönlichen Austausch:

„Gerade in Zeiten umfassender Reformen ist es wichtig, dass die unterschiedlichen Perspektiven nicht nebeneinanderstehen, sondern miteinander ins Gespräch kommen. Der SpiFa-Fachärztetag schafft diesen Raum und verbindet fachliche Expertise mit politischer Verantwortung. Wir freuen uns, ihn im Jahr 2026 bereits zum 12. Mal ausrichten zu können.“

Pressemitteilung herunterladen: PM_12. SpiFa-Fachärztetag bringt Entscheiderinnen und Entscheider in Berlin zusammen

TSVG-Streichung gefährdet fachärztliche Versorgung von 75 Millionen GKV-Versicherten
10.03.2026
Fachärzteschaft warnt vor spürbaren Folgen für gesetzlich Versicherte
10.03.2026
Fachärzteschaft warnt vor spürbaren Folgen für gesetzlich Versicherte

Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V.
(SpiFa) als Stimme der Fachärzteschaft warnt eindringlich vor den Folgen einer geplanten Streichung zentraler Vergütungsregelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG). Sollte die Politik diese Anreize für kurzfristige und dringende Facharzttermine abschaffen, drohen spürbare Verschlechterungen in der Versorgung von Millionen gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten.

Die im TSVG verankerten Vergütungsregelungen haben seit ihrer Einführung maßgeblich dazu beigetragen, zusätzliche Behandlungskapazitäten in den fachärztlichen Praxen zu schaffen und kurzfristige Termine zu ermöglichen. Wenn diese Leistungen künftig wieder vollständig budgetiert werden, verlieren Praxen den wirtschaftlichen Spielraum, über ihr reguläres Budget hinaus zusätzliche und dringliche Termine anzubieten.

„Wer den Praxen die Finanzierung zusätzlicher Leistungen entzieht, darf sich nicht wundern, wenn diese Leistungen auch nicht mehr erbracht werden können.“, erklärt der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V.

Für die rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten bedeutet dies konkret: längere Wartezeiten auf dringende Facharzttermine, weniger kurzfristige Behandlungsangebote und eine zusätzliche Belastung eines ohnehin angespannten Versorgungssystems. Fachärztliche Praxen arbeiten bereits heute vielerorts an der Belastungsgrenze. Gleichzeitig steigen Bürokratieaufwand, Personalkosten und medizinischer Bedarf kontinuierlich.

Die geplante Streichung der TSVG-Regelungen würde dieses fragile Gleichgewicht weiter destabilisieren. Ohne die extrabudgetäre Vergütung zusätzlicher Leistungen geraten insbesondere kurzfristige Terminangebote, offene Sprechstunden und zusätzliche Behandlungszeiten wirtschaftlich unter Druck.

Der Unmut in der Fachärzteschaft wächst entsprechend.

Dr. med. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa, erklärt:

„Die Politik muss endlich aufhören, von schnellerer Versorgung zu reden und gleichzeitig die Finanzierung genau dieser Versorgung abzuschaffen. Wenn die extrabudgetäre Vergütung für dringende Termine gestrichen wird, dann ist das nichts anderes als eine Einladung zu längeren Wartezeiten für gesetzlich Versicherte. Unsere Praxen können zusätzliche Leistungen nicht dauerhaft aus eigener Tasche finanzieren. Wer den Praxen die Luft zum Atmen nimmt, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die Patientinnen und Patienten die Konsequenzen spüren.“

Zudem weist der SpiFa nachdrücklich darauf hin, dass die mit dem TSVG initiierten Vergütungsverbesserungen einerseits und die Erhöhung der Mindestsprechstunden andererseits ein politisches Gesamtpaket waren, dessen einseitige Aufkündigung durch die Politik das Vertrauen der Fachärzteschaft in die Redlichkeit der Politik untergrabe.

„Bereits die Abschaffung der Neupatientenregelung hat zu einer erheblichen Schieflage zwischen Anreizen und Pflichten im TSVG geführt und für großen Unmut auf Seiten der gesamten Fachärzteschaft gesorgt. Sehr viele Kolleginnen und Kollegen fühlen sich schlichtweg betrogen und sind nachhaltig verstimmt. Es gärt dramatisch. Weitere Kürzungen müssen deshalb zu einer Rückführung der Mindestsprechstundenzeit auf 20 Wochenstunden führen, was eine Reduzierung der verfügbaren fachärztlichen Termine um bis zu 20 Prozent zur Folge hätte.“, so Dr. med. Dirk Heinrich.

Der SpiFa fordert die politisch Verantwortlichen daher auch im Interesse der gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten auf, die TSVG-Vergütungsregelungen zu erhalten und die ambulante Versorgung nachhaltig zu stärken. Eine leistungsfähige fachärztliche Versorgung ist ein zentraler Pfeiler des deutschen Gesundheitssystems – gerade angesichts des demografischen Wandels und steigender Behandlungsbedarfe.

Statt zusätzlicher Belastungen braucht die ambulante Medizin verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine Vergütung, die den tatsächlichen Versorgungsleistungen gerecht wird.

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von 75 Millionen GKV-Versicherten

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